{"id":1377,"date":"2024-05-18T21:56:20","date_gmt":"2024-05-18T19:56:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/?p=1377"},"modified":"2024-05-19T00:02:05","modified_gmt":"2024-05-18T22:02:05","slug":"das-dumme-geschwaetz-von-gestern-und-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/2024\/05\/18\/das-dumme-geschwaetz-von-gestern-und-heute\/","title":{"rendered":"Das dumme Geschw\u00e4tz von gestern und heute"},"content":{"rendered":"\n<p>Nachdem ich mich nun einige Zeit, mehr notgedrungen als freiwillig in die Medienabstinenz verabschiedet hatte, f\u00fchrte dann doch kein Weg vorbei, das t\u00e4gliche Absurdit\u00e4tenkabinett erneut einer Begutachtung zu unterziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenig \u00fcberraschend hat sich nichts ver\u00e4ndert, jedenfalls nicht zum Besseren.<\/p>\n\n\n\n<p>So lese ich da etwa, wie sich die Gr\u00fcnen-Parteichefin Lisa Mazzone, die sich vor einigen Jahren im Westschweizer TV-Magazin &#8218;Temps pr\u00e9sent&#8216; nicht zu schade war, lang und breit \u00fcber die f\u00fcr sie dr\u00fcckenden Nachteile des parlamentarischen Milizsystems der Schweiz rumzujammern, mit Verve f\u00fcr mehr Krieg in der Ukraine in den Ring wirft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten gew\u00f6hnlichen Arbeitnehmer w\u00e4ren mit den doch \u00fcppigen Entsch\u00e4digungen f\u00fcr die Teilnahme am Berner Affenzirkus bestimmt mehr als gl\u00fccklich. Aber da bekanntlich von nichts eben nichts kommen kann, und man dann folglich genauer dar\u00fcber nachdenken m\u00fcsste, ob eine ordin\u00e4re berufliche T\u00e4tigkeit zielf\u00fchrender w\u00e4re als das Land weiter mit bereits \u00fcppig vorhandener heisser Luft zu begl\u00fccken, ist ein Gedankenschluss, den die hochqualifizierten olivgr\u00fcnen Vordenker dem Anschein nach f\u00fcrchten wie der Teufel das Weihwasser.<\/p>\n\n\n\n<p>Und nichts weiter als heisse Luft war dann eben in der Retrospektive alles, was je von der Gr\u00fcnen Partei gekommen ist. Immerhin hat sie sich dabei selbst enttarnt und macht auch dabei keine halben Sachen. <\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher hatte man in deren Reihen noch Marx und Mao gelesen, heute h\u00e4lt man sich vorzugsweise an intellektuelle H\u00f6chstleistungen eines Konrad Adenauers, dessen Bonmot, dass ihn heute sein Geschw\u00e4tz von gestern schlicht nicht mehr interessiere, auch bei den Gr\u00fcnen schon l\u00e4nger zur pr\u00e4genden Maxime des politischen Tagesgesch\u00e4ft geworden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit braucht man sich nicht mehr l\u00e4nger verwundert die Augen zu reiben, wenn die gute Lisa Mazzone in vordester Front f\u00fcr weitere Steuermilliardentransfers in die ukrainische Knochenm\u00fchle pl\u00e4diert und dabei, mit gestelltem und wenig glaubw\u00fcrdigem Hadern, die Kr\u00f6te weiterer milit\u00e4rischer Aufr\u00fcstung der Schweiz ganz brav und willig schluckt. <\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich geschieht dies, ganz in Zeitenwende-Manier, auch in der Schweiz an der ansonsten mit Z\u00e4hnen und Klauen verteidigten Schuldenbremse vorbei, w\u00e4hrend man zugleich der Bev\u00f6lkerung den Erkl\u00e4rb\u00e4r vorschickt, um dieser begreiflich zu machen, warum sie weiter Entbehrungen in Form st\u00e4ndig steigender finanzieller Belastungen \u00fcber Steuern, Krankenkassenpr\u00e4mien und allen m\u00f6glichen Lenkungsabgaben schultern soll. <\/p>\n\n\n\n<p>Dass Politiker jedweder Couleur immer gerne F\u00e4hnchen im Wind sind, ist beileibe nichts Neues. Erstaunlich bis entsetzlich ist jedoch die unversch\u00e4mte Dreistigkeit, die sich seit der Corona-Episode im politischen Diskurs fest etabliert hat. Dogmatismus und ein hypermoralischer Impetus bestimmen seither das Geschehen auf der politischen B\u00fchne. Ausreichend ist alleine die immergleiche hitzk\u00f6pfige Phrasendrescherei \u00fcber die einzig wahre und aufrechte Gesinnung, die all jene, die sich dieser entgegenstellen, wie von selbst als diskussionsunw\u00fcrdige Demokratiefeinde, Nazis, Antisemiten und Schwurbler abqualifiziert. <\/p>\n\n\n\n<p>Um Redlichkeit und Lauterkeit war es auch in der Schweizer Politik nie zum Besten bestellt. Was allerdings mit der politischen Linken in diesem Land geschehen ist, wirft Fragen \u00fcber Fragen auf, die sich kaum schl\u00fcssig beantworten lassen. Die eing\u00e4ngiste Erkl\u00e4rung w\u00e4re dabei noch die, dass dieser Anspruch auf abschliessende Weisheit in Hinsicht auf bestimmte Sachverhalte, wie es bei der Gr\u00fcnen Partei immer der Fall war, in letzter Konsequenz zu diesem totalit\u00e4ren Anspruch, wie wir ihn heute sehen, f\u00fchren musste. <\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re es wie fr\u00fcher nur dummes Geschw\u00e4tz, w\u00e4re Ignoranz das ad\u00e4quate Mittel der Antwort. Leider ist diese Entwicklung jedoch schon den verf\u00fcgbaren Mitteln demokratischer Einhegung entglitten oder doch wenigstens im Begriff, die letzten Strukturen von &#8218;checks and balances&#8216; zu annihilieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichtsdestotrotz, auch wenn ich mich standhaft weigere, diese Politik als irgendwie &#8218;links&#8216; zu bezeichnen; denn im Kern widerspricht sie fundamental allen klassisch linken emanzipatorischen und aufkl\u00e4rerischen Anspr\u00fcchen, muss man diese Ausw\u00fcchse seitens der sich als links gerierenden politischen Klasse um Gr\u00fcne Partei und Sozialdemokraten in Kollaboration mit den Wendeh\u00e4lsen der Mitte und (oliv)gr\u00fcn- bis FDP-Liberalen als linken Protofaschismus bezeichnen. Ebenso ist erkennbar, dass diese Entwicklung keineswegs abgeschlossen ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Bereitschaft, jetzt alles auf eine Karte zu setzen, n\u00e4mlich die NATO\/EU\/USA-Karte verhehlt l\u00e4ngst keiner aus diesen politischen Kreisen mehr. <\/p>\n\n\n\n<p>Hier aus der Rubrik &#8218;finde den Fehler!&#8216;:<\/p>\n\n\n\n<p>Mai 2020:  <em><code>'...aber das Virus...<\/code>&#8218;<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Mai 2024:  <em>&#8218;<code>...aber der Putin...<\/code>&#8218;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Zweck heiligt alle Mittel, weil diese hirnverbrannte Diskursverk\u00fcrzung jede Gegenrede auf magische Weise ad absurdum f\u00fchrt und den so argumentierenden Agitateuren selbst l\u00e4ngst nicht mehr auff\u00e4llt, in welchem Stadium intellektueller Umnachtung sie damit angekommen sind, w\u00e4hrend die etablierten Medien, statt das Geschehen wie fr\u00fcher einer kritischen Analyse zu unterziehen, einen undurchdringbaren cordon sanitaire um die poltische Nomenklatura errichtet haben, sie vor jeder Kritik hermetisch abschirmen und jedes noch so sachliche Gegenargument mithilfe ihrer Faktenchecker \u00f6ffentlichkeitswirksam auf orwellianische Weise demontieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so sicher wie das Amen in der Kirche, werden wir bereits morgen die n\u00e4chste Steigerung dieser Form von Unredlichkeit erleben.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich mich nun einige Zeit, mehr notgedrungen als freiwillig in die Medienabstinenz verabschiedet hatte, f\u00fchrte dann doch kein Weg vorbei, das t\u00e4gliche Absurdit\u00e4tenkabinett erneut einer Begutachtung zu unterziehen. 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