{"id":1491,"date":"2024-07-25T07:56:00","date_gmt":"2024-07-25T05:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/?p=1491"},"modified":"2024-07-25T01:27:23","modified_gmt":"2024-07-24T23:27:23","slug":"sommerloecher-und-voellige-erschoepfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/2024\/07\/25\/sommerloecher-und-voellige-erschoepfung\/","title":{"rendered":"Sommerl\u00f6cher und v\u00f6llige Ersch\u00f6pfung"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Binse, dass die Zeit nur so vorbeirast, erspare ich mir. Man munkelt, dass einem dieselbe noch schneller zwischen den Fingern zerrinnt, wenn man eigene Kinder im Leben hat &#8211; ein wenig tr\u00f6stlicher Gedanken angesicht meiner KESB-Dystopie, welche nach Belieben meinen Alltag bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00e4ngst sind mir schl\u00fcssige Gedanken abhanden gekommen. Das politische Geschehen verfolge ich lediglich noch oberfl\u00e4chlich, das Affentheater in der Schweiz dabei strikte ausklammernd. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie anderweitig schon mehrfach erw\u00e4hnt, hatte die Bande zwischen mir und meinem Heimatland schon seit fr\u00fchester Zeit seine Sch\u00e4den davongetragen. Was dann mit dem Fledermaushusten an uns durchexerziert worden war, hat dabei schon beinahe zum Bruch dieser Bande gef\u00fchrt. Dann kam Junior, die ganzen Verwicklungen und zu schlimmster Letzt die Schweizer Willk\u00fcrbeh\u00f6rde &#8211; das war dann zuviel des Guten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Charade l\u00e4uft nun seit \u00fcber eineinhalb Jahren, das schlimmstm\u00f6glich vorstellbare Szenario ist dabei Realit\u00e4t geworden. Ob die Gerichte es noch einfachen werden, wer weiss das schon schon. Ich gebe nichts mehr darauf, auf keine der 3 Pfeiler des Schweizer Rechtsstaates. Die Bande ist ultimativ und irreparabel gerissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Selten hat mir die Sommerzeit so wenig Freude wie dieses Jahr beschieden. Ein Campingtrip ins Vallemaggia, dem einzigen Ort, den ich als meine geographische Heimat bezeichnen w\u00fcrde, wurde zum Desaster, als die Fluten das Tal zerst\u00f6rten. <\/p>\n\n\n\n<p>Quelle ironie!<\/p>\n\n\n\n<p>Dass dies gerade dann geschehen muss, wenn ich dies realiter mit anschauen muss, spricht seine eigene, \u00fcberdeutliche Sprache. An den Ort zur\u00fcckkommend, den ich dummerweise und unvers\u00f6hnlich vor \u00fcber 10 Jahren verlassen wollte, zeigte mir dabei erneut seine abweisende Schulter. <\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re ich genug kindlich-naiv aufgestellt, w\u00fcrde ich solches f\u00fcr bare M\u00fcnze nehmen und allen Ernstes einen Zusammenhang zwischen einer stupiden Entscheidung von vor langer Zeit und einem gewaltigen Unwetter konstruieren. Allerdings wurde mir k\u00fcrzlich erst beschieden, dass meine Wahrnehmung keineswegs von Paranoia bestimmt oder von einer Psychose gezeichnet ist. <\/p>\n\n\n\n<p>So wie derzeit die Sommerl\u00f6cher mit haneb\u00fcchernem Unsinn gef\u00fcllt werden, sollte ich dringend aufh\u00f6ren, sowohl meinen Sinnen, als auch an meinem Verstand zu zweifeln. Eher ist die Welt ihres Verstandes verlustig gegangen als ich. Sicherlich eine gewagte Aussage, wenn man, so wie die meisten, in seiner eigenen Blase lebt, die &#8211; wohlverstanden unfreiwillig &#8211; wenig Angriff von Ausserhalb erf\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hoffe, dass meine F\u00e4higkeit zur Selbstkritik soweit reicht, dass ich noch nicht v\u00f6llig in Parallelwelten abgedriftet bin. Der erh\u00f6hte Leidensdruck spricht wenigstens in dieser Hinsicht eine beruhigende Sprache; denn w\u00e4re die Verleugung der Realit\u00e4t bereits so weit fortgeschritten, dann herrschte allen Widrigkeiten zum Trotz auf die eine oder andere Art eitel Sonnenschein.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist nicht der Fall, und die mehr oder minder latente depressive Verstimmung sagt dahingehend alles, was ich zu wissen brauche.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schlimmste ist gewiss nicht die Depression, oder abgemildert, die Melancholie, sondern die l\u00e4hmende Erm\u00fcdung, die mittlerweilen dazu f\u00fchrt, dass es mir lieber ist, trotz Sommerwetter den ganzen Tag im Haus zu sitzen und zu programmieren, anstatt rauszugehen und dem Sommer das letzte Quentchen Wohlbefinden abzukn\u00f6pfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist in der Tat ein beunruhigender Umstand, der mich zwar besch\u00e4ftigt, aber beiseite gewischt wird, weil nichts anderes als Beiseitewischen bleibt, um die Situation emotional zu stabilisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings wird jeder Toilettengang zur Odyssee, sofern ich meinen Laptop nicht auch noch dorthin mitschleppe; denn die Realit\u00e4t ist auch so nie weit weg. So ergibt es sich dann, dass das \u00f6de Sitzen auf der Toilette zum best\u00e4ndigen Wiederholen der magischen Formel: &#8218;Wie soll es bloss weitergehen?&#8216; wird. Nur bleibt schliesslich die Antwort darauf ebenso best\u00e4ndig aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re ein einfaches, die Dauerm\u00fcdigkeit nur dem Minderangebot an Schlaf zuzuschieben. Aber sich selbst in die Tasche l\u00fcgen, war nie eines meiner Talente, so dass offensichtlich wird, was in Wahrheit die Erm\u00fcdung, oder doch eher die Ersch\u00f6pfung verursacht: die Perspektivlosigkeit sowie das Fremdbestimmtsein.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichts Neues an dieser Front, gewiss; aber was will man tun als stoisch weiter zu ertragen, was mit einem gemacht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>So viel zu einer ganz lebensnahen Form des Existentialismus.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re dies eine grottenschlechte TV-Sendung, setzte ich nun den Banner: &#8218;Nicht zur Nachahmung empfohlen&#8216;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Binse, dass die Zeit nur so vorbeirast, erspare ich mir. Man munkelt, dass einem dieselbe noch schneller zwischen den Fingern zerrinnt, wenn man eigene Kinder im Leben hat &#8211; ein wenig tr\u00f6stlicher Gedanken angesicht meiner KESB-Dystopie, welche nach Belieben meinen Alltag bestimmt. 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