{"id":1520,"date":"2024-08-19T22:08:32","date_gmt":"2024-08-19T20:08:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/?p=1520"},"modified":"2024-08-19T23:02:46","modified_gmt":"2024-08-19T21:02:46","slug":"urlaubserlebnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/2024\/08\/19\/urlaubserlebnisse\/","title":{"rendered":"Urlaubserregnisse"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein bizarres Erlebnis reiht sich ans n\u00e4chste. Auch im Nicht-Alltag v\u00f6llig allt\u00e4glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dame, die mir am Rande des Filmfestivals im br\u00fctend heissen Locarno am vorvergangenen Samstag ein Nein zur Halbierungsinitiative der SVP schmackhaft machen wollte, warf ihr Gesicht in reichlich Falten, als ich ihr sichtlich Unerwartetes auf ihren Sermon zur Schweizer Filmf\u00f6rderung durch den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk erwiderte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei hakte es gewiss nicht an der Intelligenz der Dame, sondern an ihrer schieren Ungl\u00e4ubigkeit, als ich freundlich aber bestimmt eine kurze Liste an tendenzi\u00f6sen Beispielen in der Berichterstattung des SRF vortrug, angefangen bei den einseitig-diffamierenden, l\u00e4hmend-penetrant und erwiesenermassen erlogenen Corona-Narrativen und aufgeh\u00f6rt beim kriegshetzerischen, russophoben und EU\/NATO-philen Haltungsjournalismus heutiger Tage.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dame blieb freundlich, ihre kurze Erwiderung auf meine Anmerkungen liess aber unvermittelt den Eindruck aufkommen, dass sie keinen Zusammenhang zwischen Filmf\u00f6rderung einerseits und der medialen Alltagsberichterstattung andererseits sehen m\u00f6chte, auch wenn beides unzweifelhaft aus demselben Hause namens SRG\/SSR stammt. <\/p>\n\n\n\n<p>Geschenkt, immerhin gehe nicht so weit, das SRF als Reich des B\u00f6sen zu bezeichnen, was ich die Dame in dem Sinne wissen liess, dass ich keineswegs gegen das Konzept eines \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks w\u00e4re, der heute defacto existente Rundfunk nach meiner Auffassung seine Glaubw\u00fcrdigkeit aber vollst\u00e4ndig verspielt h\u00e4tte und auch nicht mehr reformierbar w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls nahm ich die Brosch\u00fcre zu ihrem Anliegen dankend an, worauf sie sich, nun wieder mit erhelltem Gesicht f\u00fcr das freundliche Gespr\u00e4ch bedankte. Keine Ursache, auch wenn ich schon zu diesem Zeitpunkt aufgrund meines pers\u00f6nlichen Hintergrundrauschens bereits genug angepisst gewesen w\u00e4re, um der freundlichen Dame von Beginn an die kalte Schulter zu zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr\u00fcckerkolonnen dieser Art gehen mir wider den Strich. Zu unterscheiden w\u00e4re dabei lediglich zwischen jenen, die aus reiner finanziellen Not dazu gezwungen sind, ihre Mitmenschen mit Unn\u00fctzem zu bel\u00e4stigen und denen, die als \u00dcberzeugungst\u00e4ter handeln. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Dame im konkreten Beispiel d\u00fcrfte zur zweiten Kategorie geh\u00f6ren, da sie sich ohne falsche Bescheidenheit mit ihren Fremdsprachenkenntnissen als Bildungsb\u00fcrgerin zu erkennen gab, also eher k\u00fchl h\u00e4tte abgeb\u00fcgelt werden m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p>Diagnose: noch zuviel Gutmensch-Reste \u00fcbrig oder von chronisch-notorisch gutem Anstand gepeinigt. <\/p>\n\n\n\n<p>Nun, mittels besagtem pers\u00f6nlichen Hintergrundrauschen, welches mir bereits seit dem Vorabend erneut zu schaffen machte, l\u00e4sst sich wahlweise von beiden Muster erkennen, keines davon ist allerdings auch nur im geringsten positiv oder produktiv aufzufassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Gegenteil trifft zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was macht man, wenn man unvern\u00fcnftig-toxisch immer noch in die Frau verliebt ist, die einem maximal m\u00f6glich angeschissen, abgezogen und betrogen hat, mit der man dann aus reiner Unvernunft oder sagen wir ehrlicherweise &#8211; reinster Idiotie &#8211; immer noch gemeinsame Urlaube unternimmt und sich dann wundert, warum man nach sp\u00e4testens 36 Stunden von derselben derart angepisst ist, dass man dar\u00fcber nachdenkt, das gemeinsame Camp fluchtartig zu verlassen, sich dann aber doch weiter leidet, um sich das eigene Scheitern bloss nicht einzugestehen und widersinnigerweise auch weiterhin etwas darstellen zu wollen, was man l\u00e4ngst gar nicht mehr sein will &#8211; der dumme Lakai n\u00e4mlich, der sich st\u00e4ndig wie der letzten Vollhorst vor aller Welt vorf\u00fchren und als Prell- und S\u00fcndenbock f\u00fcr die ihre Unf\u00e4higkeit und die ihren unverarbeiteten Lebensl\u00fcgen benutzen l\u00e4sst?<\/p>\n\n\n\n<p>Alles Ausfl\u00fcchte. Eigentlich ja, wenn ich so radikal ehrlich mit mir selbst w\u00e4re. G\u00e4be es all die Unw\u00e4gbarkeiten nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Gut, dann sind wir schon wieder bei den Ausfl\u00fcchten, der Circulus vitiosus.<\/p>\n\n\n\n<p>Hoffnungslos.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein bizarres Erlebnis reiht sich ans n\u00e4chste. Auch im Nicht-Alltag v\u00f6llig allt\u00e4glich. 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