{"id":472,"date":"2023-08-19T23:32:00","date_gmt":"2023-08-19T21:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/?p=472"},"modified":"2023-08-20T07:42:19","modified_gmt":"2023-08-20T05:42:19","slug":"simulationstheorien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/2023\/08\/19\/simulationstheorien\/","title":{"rendered":"Simulationstheorien"},"content":{"rendered":"\n<p>Schon geh\u00f6rt? Die Transhumanisten sind los.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sind diejenigen, die uns einreden wollen, dass Technologie in welcher Form auch immer alles besser erledigen kann als wir Menschen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dass dies, wie vieles andere, gerade extrem en vogue ist, l\u00e4sst sich an all den Dummschw\u00e4tzern, pardon, an all den &#8218;Experten&#8216; mit dem bis zum Erbrechen durchexerzierten Bullshit-Bingo rund um die derzeit so hochgehypte KI erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Bereich der Exportwirtschaft wird oft von dual-use G\u00fctern gesprochen, also von Materialien oder Ger\u00e4tschaften, die sowohl f\u00fcr zivile wie auch f\u00fcr kriegerische Zwecken verwendet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Interessante und ebenso immer Verschwiegene am dual-use Begriff, ist die Tatsache, dass die vom Menschen betriebene Wissenschaft, also die Begierde, das Wesen der Welt und des menschlichen Daseins bis in den Kern verstehen zu wollen, selbst ein Fall von dual-use ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Gesellschaftspolitisch wird in Bezug auf die Anwendung neuer Technologien manchmal noch von Technologiefolgeabsch\u00e4tzung gesprochen. Also der differenzierten Analyse, welchen Impakt die breite Anwendung neuer Technologien auf die Gesellschaft oder auf die Menschheit als ganzes haben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sage: &#8218;manchmal noch&#8216;; denn kritische Auseinandersetzung mit all den verlockenden technischen Verheissungen wird von den treibenden Kr\u00e4ften aus Wirtschaft und Wissenschaft selbst als Technikfeindlichkeit und R\u00fcckst\u00e4ndigkeit bezeichnet. Man wolle den Fortschritt ausbremsen, den Menschen zum einem besseren Leben im Wege stehen, wird dann meist angef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo die blinde Technikgl\u00e4ubigkeit hinf\u00fchrt, d\u00fcrfte jeder an einigen wenigen Beispielen festmachend selbst konstatieren k\u00f6nnen. Die durch den Ukrainekrieg befeuerte Diskussion dar\u00fcber, ob und wie ein selbstlimitiernder Nuklearkrieg gef\u00fchrt werden k\u00f6nnte, f\u00fchrt das in seiner v\u00f6lligen Absurdit\u00e4t gleich in doppelter Hinsicht vor Augen. Man nimmt, erstens, die Existenz von Nuklearwaffen selbst als weitestgehend gottgegeben und legitim an, und versucht, zweitens, ein Narrativ zu etablieren, welches den Einsatz dieser Waffen selbst als legitim, machbar und, in einer orwellianischer Verdrehung, als das Rechte zu tun darzustellen versucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese dystopischen Kriegsspiele k\u00f6nnte man in transhumanistischem Verst\u00e4ndnis so weiter f\u00fchren, um sie in die ebenfalls aus dieser Ecke stammende Simulationstheorie einzubinden. In die Vorstellung also, dass die Welt der Menschen lediglich eine Simulation auf dem Supercomputer einer \u00fcbergeordneten Entit\u00e4t sei. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gott, G\u00f6tter, G\u00f6tzen<\/h2>\n\n\n\n<p>Davon kann man halten, was man will. Wer an Gott glauben kann und will, k\u00f6nnte meiner Auffassung nach die Angst vor der eigenen Verg\u00e4nglichkeit ebensogut mit der Simulationstheorie b\u00e4ndigen, weil sie beide auf dieselbe Weise die materialistische Existenz des Menschen auf dieser Erde kleinredet. Der Unterschied zwischen Simulationstheorie und, sagen wir, dem Christentum liegt mehr in Nuancen. <\/p>\n\n\n\n<p>Do ut des &#8211; ich gebe, damit du gibst. Ich verhalte mich dir, Gott gegen\u00fcber, wohlgesonnen, folge deinen Geboten, wenn du mir im Gegenzug das Tor zum Himmelreich \u00f6ffnen wirst.<\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits die christliche Verheissung eines Paradieses, welches als Entsch\u00e4digung f\u00fcr das menschliche Elend der physischen Welt auf Erden in Aussicht gestellt wird. Mehr oder weniger \u00e4hnliche Auffassungen gibt es in den meisten Religionskonzepten. Folgte man b\u00f6ser Absicht, k\u00f6nnte man insinuieren, diese Form der Exegese entsprechender religi\u00f6ser Schriften diene in erster Linie dazu, den Menschen fromm und z\u00fcchtig zu halten. <\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits die materialistische Auffassung vieler moderner J\u00fcnger technologischer Spielereien, es sei aus der Perspektive einer noch latenten, aber de facto bereits regierenden technologischen Macht irrelevant, was der Mensch t\u00e4te; denn was wir uns als das Menschsein ausmalten, w\u00e4re ohnehin nur eine uns von \u00fcbergeordneter Stelle eingegebene Auffassung, welche die wahre Triebfeder unseres Handeln sei, weil sonst ob der zwangl\u00e4ufig zu erkennenden v\u00f6lligen Belanglosigkeit der menschlichen Existenz nichts als Nihilismus bliebe, was wiederum die Absichten, diese Weltensimulation mit uns Menschen als Studienobjekt durchzuf\u00fchren, ad absurdum f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam sind beiden Ans\u00e4tzen freilich die v\u00f6llige Verachtung dieser irdischen Existenz, welche, widersinnigerweise, trotzdem f\u00fcr die Vertreter beider Formen der Deutung das Spielfeld bleibt. Weder der Christ noch der Transhumanist kann sich selbst vom irdischen Spielfeld l\u00f6sen, um in letzter Konsequenz den \u00fcberzeugenden Beweis f\u00fcr die Richtigkeit der eigenen Annahmen erbringen zu k\u00f6nnen. Sie sind selbst Opfer der aus ihren Glaubenskonzepten stammenden inh\u00e4renten menschlichen Unzul\u00e4nglichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bleibt in beiden F\u00e4llen ein G\u00f6tzendienst, diesen Beweis unter Zuhilfenahme jedweder Mittel erbringen zu wollen. Auch hier k\u00f6nnte man in b\u00f6ser Intention die Behauptung aufstellen, dass das Streben nach solcherlei Beweisen selbst die verbotene Frucht der Erkenntnis ist, die schlimmstenfalls das Verderben \u00fcber die Menschheit bringen k\u00f6nnte. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">ganz irdische Simulationen<\/h2>\n\n\n\n<p>Um die spirituelle Sph\u00e4re zu verlassen, kann man den Versuch unternehmen, unsere verdorbene physische Sp\u00e4hre auf Simulationen abzuklopfen. Und ohne geistige Scheuklappen man wird auch schnell f\u00fcndig.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine origin\u00e4re Absicht, diesen Text zu schreiben, waren gerade die ganz irdischen Formen von Simulation und weniger die religi\u00f6sen oder mechanistischen. Allerdings wurde mir schnell klar, dass es f\u00fcr unsere allt\u00e4glichen Simulationen keine bezugsfreie Rahmenhandlung gibt. Alle menschlichen Handlungen spielen sich kontextual in bestimmten, mehr oder weniger rigiden Bezugsrahmen ab, die der Mensch, in einer bestimmten religi\u00f6s-sprituellen Auffassung, anstelle Gottes aber unter Ber\u00fccksichtung dessen Wertekanons, geschaffen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Je nach Pr\u00e4ferenz und kulturellem Rahmen schw\u00f6ren politische Akteure auf die Bibel und lassen sich fortan von Gott helfen, das Werk zum Wohle der Menschen, in Vertretung Gottes selbst zu vollenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es werden Urteile im Namen Gottes getroffen. Das irdische Rechtssystem vertritt die Auffassung, anstelle Gottes den zul\u00e4ssigen Handlungsrahmen f\u00fcr das menschliche Zusammenleben festlegen zu m\u00fcssen. Dieses System ist zumindest eine Imitation, der halbgare Versuch, g\u00f6ttliche Gerechtigkeit in irdische Formen zu giessen. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese beiden Beispiele zeugen von wenig menschlicher Demut.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nicht der Versuch, dass der Mensch dem Menschen selbst gerecht werden w\u00fcrde, mit seinen ihm innewohnenden physischen, kognitiv-mentalen F\u00e4higkeiten und Defiziten gleichermassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist vielmehr der Versuch, gottgleich zu werden. Das Streben des Menschen, sich selbst zum Gott zu \u00fcberh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der weltliche Ordnungsrahmen des Menschen auf dieser Erde ist eine d\u00fcrftige Simulation hypothetisch angenommener g\u00f6ttlicher Ordnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich mag mich nicht dar\u00fcber auslassen, wie es dazu kommt, dass offenbar immer gerade die niedertr\u00e4chtigsten und moralisch verkommensten Vertreter der menschlichen Spezies zum Zuge kommen, wenn es darum geht, Positionen innerhalb des menschlichen Ordnungssystem zu besetzen, die es ihnen in der Folge erlaubt, dar\u00fcber urteilen zu d\u00fcrfen, was richtig und was falsch.<\/p>\n\n\n\n<p>Es entbehrt nicht der Ironie, dass wir diesen Umstand noch zus\u00e4tzlich sch\u00f6n im demokratischen Gewand verpacken und behaupten, dies sei ja der Wille der Menschen, des Souver\u00e4ns. <\/p>\n\n\n\n<p>Dass die lautesten Schreih\u00e4lse unter jenen, die sich f\u00fcr diese Posten bewerben, zwangsl\u00e4ufig die erfolgreichsten, in der Regel aber die mit den niedrigsten moralischen Anspr\u00fcchen an sich selbst sind, ist wohl bekannt. Allerdings fehlt es am Willen, diesen Missstand zu beheben, und das bereits seit Jahrhunderten Menschheitsgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist also keine k\u00fchne Behauptung zu sagen, der Ordnungsrahmen unserer Gesellschaft sei nichts weiter als die Simulation einer Ordnung, die der Mensch nicht zu schaffen imstande ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Rechtssystem bildet dabei das Musterbeispiel f\u00fcr Simulation. Der hehre Anspruch gott\u00e4hnliche, objekive Gerechtigkeit sprechen zu wollen, hat sich l\u00e4ngst in sein v\u00f6lliges Gegenteil verkehrt. Zur Ehrrettung einiger weniger r\u00fchmlichen Ausnahmen von Akteuren innerhalb des Rechtssystem, muss man einr\u00e4umen, dass dieses selbst \u00fcber Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte zu einem rabulistischen Klein-Klein geworden ist. Was sich in scheinbar eindeutigen, nicht beliebig interpretierbaren Artikeln und Paragraphen manifestiert, ist in Wahrheit nahezu unbegrenzt dehn- und biegbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorwurf vom Gummiparagraphen gibt es nicht umsonst, und er hat mehr G\u00fcltigkeit als man gemeinhin annehmen w\u00fcrde; denn in Tat und Wahrheit l\u00e4sst sich jedes scheinbar noch so eindeutig verfasste Gesetz ad libitum interpretieren und verdrehen bis es zur Intention des jeweiligen Akteurs passt und ihm der Umsetzung seiner Absichten dienlich gemacht wird &#8211; denn das ist Rechtssprechung!<\/p>\n\n\n\n<p>Recht und Gerechtigkeit sind verschiedene Paar Schuhe. Der Mensch spricht Recht, aber nicht Gerechtigkeit. Diese bleibt in H\u00e4nden Gottes und die irdischen Abbilder seinesgleichen bleiben in der Regel st\u00fcmperhafte Versuche. Der Versuch, g\u00f6ttliche Gerechtigkeit auf Erden zu praktizieren, bleibt ein Eidolon, ein Trugbild. Die deutsche Form dieses Wortes, das &#8218;Idol&#8216;, erkl\u00e4rt f\u00fcr sich selbst, dass ihm mehr Anspruch als Wirklichkeit innewohnt. Es ist unser Begehren, dass im Idol realiter manifest wird, was wir in ihm sehen wollen, was wir hineininterpretieren.<\/p>\n\n\n\n<p>In den meisten Belangen k\u00f6nnte man eine solchen Umgang mit Idolen als harmlose Marotte bezeichnen. In etwas oder jemandem etwas zu sehen, was man gerne h\u00e4tte oder sein m\u00f6chte, ist menschlich, es ist Kompensationsversuch, ein Coping, welches in unserer eigenen Unsicherheit wurzelt. Wir wollen in anderen das sehen, was wir selbst nicht sind oder sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hingegen ist es keine Bagatelle oder ein irgendwie liebenswerter Makel feststellen zu m\u00fcssen, dass die Systemsimulation versagt. Die Beweise daf\u00fcr sind wie gesagt \u00fcberall zu sehen; wenn man denn die Bereitschaft hat, sie wahrnehmen zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Enttarnend<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Ordnungssystem entpuppt sich sp\u00e4testens dann als zumindest lachhafte oder schlimmstenfalls als kafkaeske Simulation von wie auch immer gearteter Ordnung, wenn gerade derjenige, dessen stringente Handlungsinstruktionen f\u00fcr das eigenes Leben ein aufrichtiger ethisch-humanistischer Wertekanon ist, unverschuldet auf der Anklagebank endet.<\/p>\n\n\n\n<p>Unverschuldet? Kann nicht sein! Darf nicht sein! Ich h\u00f6re das Raunen im Raum. Dann kann derjenige doch nicht ganz so unschuldig sein, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Fragestellung alleine, die sich zugegebenermassen fast zwangsl\u00e4ufig aufdr\u00e4ngt, erbringt den Beweis des erw\u00e4hnten juristischen Klein-Klein und seines disruptiven Potentials.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorstellung, das System der menschengeschaffenen Gerechtigkeit sei eine Simulation und habe unausweichlich seine intrinsischen M\u00e4ngel, \u00fcberschreitet bei vielen das Potential, dies entsprechend erfassen zu k\u00f6nnen. Denn es gilt die Regel, es k\u00f6nne nicht sein, was nicht sein d\u00fcrfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist zumindest \u00dcberh\u00f6hung wenn nicht gar Anmassung zu schlussfolgern, Menschen und ihre Systeme k\u00f6nnten sich nicht irren. Das Mass an Selbstgerechtigkeit muss unglaubliche Dimensionen erreicht haben, wenn man der Meinung ist, die Dinge liefen so wie sie dies tun m\u00fcsste, wie sie der Idealvorstellung entspr\u00e4chen.<\/p>\n\n\n\n<p>Enschuldigend k\u00f6nnte man anf\u00fchren, dass diese Auffassung nicht Regel, sondern eher die Ausnahme sei; und dass die meisten Menschen innerhalb einer Gesellschaft nie in die M\u00fchlen einer solchen Simulation ger\u00e4ten. Wo der Einblick in die Untiefen des Systems fehlen, wird nicht einmal eine rein subjektive Expertise zu erarbeiten sein. <\/p>\n\n\n\n<p>Man m\u00f6ge bitte den Kopf an Eingang abgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Naivit\u00e4t und blindes Vertrauen sind immer nur solange praktikabel, wie man nicht selbst in die F\u00e4nge des Systems ger\u00e4t. Die Frage nach Schuld ist sekund\u00e4r bis irrelevant. Wie bei Brechts Der gute Mensch von Sezuan w\u00e4re jeder einzelne Mensch gefordert, am Schluss des St\u00fcckes die Schuld bzw. Unschuld Shen Tes\/Shui Tas zu bewerten. Dies ist m\u00fchevoll, leidensbehaftet. Zu urteilen, also Schuld bzw. Unschuld zuweisen, heisst, seine eigenen H\u00e4nde nicht l\u00e4nger in Unschuld waschen zu k\u00f6nnen. Wer will das schon? Was unbequem ist, wird delegiert, anderen \u00fcberlassen, w\u00e4hrend man es sich in seiner wohlfeilen Selbstgerechtigkeit bequem macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wehe dem, der Zweifel streut! Ein Ketzer! Ein H\u00e4retiker!<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt viele L\u00e4nder, auch in Europa, deren Mehrheit der Bev\u00f6lkerung sich vollumf\u00e4nglich bewusst ist, wie verrottet das jeweilige System in Wahrheit ist, egal mit welch Anstrengung versucht wird, die Simulation einer gerechten Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Es ist Teil des Gemeinsinns und man kann sich im Wissen darum festhalten, sich selbst st\u00fctzen, indem man sich wenigstens mit der Gewissheit tr\u00f6stet, dass diese Welt nun einmal ungerecht und oft sogar unmenschlich ist; und dies zu \u00e4ussern, einem nicht zum Ge\u00e4chteten macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders in der Schweiz.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritik am System gilt weiterhin als Nestverschmutzung. Zu insinuieren, dass die Dinge in Wahrheit nicht so sind wie sie scheinen. Zu sagen, dass es sich in Wahrheit lediglich um Simulationen, um eine Simulation von Demokratie, um eine Simulation einer gerechten Gesellschaft handelt, ist ein Sakrileg. Noch einmal: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorstellung, unsere Justiz k\u00f6nnte nicht funktionieren, ist gedanklich unzug\u00e4nglich. Das kann nicht sein, das ist unm\u00f6glich! In blinder Naivit\u00e4t und ebenso grossem vorauseilendem Gehorsam wird mit eiserner Disziplin jede Kritik an zu Tage tretenden Missst\u00e4nden innerhalb des Systems als Querulantentum abgeschmettert. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Geh doch anderswo hin, wenn es dir hier nicht passt; wenn es hier angeblich so schlimm ist!&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Solches und \u00e4hnliches schallt einem dann entgegen, wenn man es wagt, diese Zust\u00e4nde anzuprangern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Werden wir zum Schluss pers\u00f6nlich<\/h2>\n\n\n\n<p>Ja, es wird, mittlerweilen sehr wahrscheinlich, der Tag kommen, an dem ich dieses Land verlassen werde. Wie sagt man in der Berufswelt, konfrontiert mit einem frustrierenden, sinnlosen Job:<\/p>\n\n\n\n<p>Innerlich gek\u00fcndigt habe ich bereits vor l\u00e4ngerer Zeit, sp\u00e4testens w\u00e4hrend der Corona-Episode.<\/p>\n\n\n\n<p>Was sich nun abspielt, wird \u00fcber kurz oder lang eine solche Entscheidung erzwingen; denn jeder Mensch hat Grenzen des gerade f\u00fcr ihn noch Ertragbaren. Und diese Grenzen werden nun bereits seit Jahren von beliebigen Personen verschiedenster Herkunft und aus unterschiedlicher Motivation \u00fcberschritten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass nun der Staat, nach Corona, ein weiteres Mal in einer noch \u00fcbergriffigeren Form sich in mein Leben einmischt, hat einen Prozess angestossen, an dessen Ende nichts mehr so sein wird, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon, was dann mit dem Kind geschehen sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlimmstenfalls wird dies nur noch meine, f\u00fcr mich selbst zu treffende Entscheidung sein, was aus der real bereits existierenden, inneren Emigration werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Die angeblich so funktionelle gesellschaftlich-rechtliche Ordnung ist f\u00fcr mich zerr\u00fcttet und hat sich als eine st\u00fcmperhafte Simulation entpuppt, die lediglich den Anschein geordneter Umgangsformen und gerechtem zwischenmenschlichen Ausgleich erwecken soll. Mittlerweilen ist sogar ein Punkt der Schamlosigkeit erreicht, an dem nicht einmal mehr versucht wird, diesen Anschein mit einem gewissen Engagement zu unterf\u00fcttern. Der Staat kann sich alles erlauben, und er tut es, ohne mit der Wimper zu zucken.<\/p>\n\n\n\n<p>Corona war der Dammbruch, dessen Flutwellen noch l\u00e4ngst nicht alles erfasst und weggeschwemmt hat; und dies ist, das muss man so hart konstatieren, das Ergebnis v\u00f6lligen gesellschaftlichen Versagens jedes Einzelnen, der diese \u00dcbergriffigkeit w\u00e4hrend Covid so hingenommen, oder ihm gar noch das Wort geredet hat, anstatt dass bereits dort diese Simulation gesellschaftlicher Ordnung enttarnd und \u00fcber den Haufen geworfen worden w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Mitb\u00fcrger betrachtend war dies nat\u00fcrlich zu keiner Zeit ein erwartbares Szenario. Zu bequem ist Obrigkeitsh\u00f6rigkeit und bei einigen auch noch der Spass am Blockwarttum.<\/p>\n\n\n\n<p>Die mittlerweilen in fast allen L\u00e4ndern westlicher Pr\u00e4gung verbreitete Propaganda, man lebe doch in der besten aller Welten, mag f\u00fcr die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung greifen. F\u00fcr mich zeichnet sich hier das Bild eines v\u00f6lligen Absurdistans, dessen Lenker nicht einmal mehr entsprechend Aufwand zur Aufrechterhaltung dieser Fassade des sch\u00f6nen Scheins betreiben m\u00fcssen. Die Gehirnl\u00e4hmung ist durch die iterativ laufenden, stakkatoartigen Salven desselben intellektbeleidigenden Schwachsinns auf die Gedanken- und Gef\u00fchlswelt der Menschen bereits so weit fortgeschritten, dass es auch f\u00fcr die noch wachen Geistern kein Entkommen mehr geben wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu vielen der sich noch aktiv bet\u00e4tigenden kritischen Geistern denke ich nicht, dass wir uns am Anfang eines Aufwachprozesses befinden, sondern, im Gegenteil, im Endstadium eines Zerfallprozesses, der, bereits jetzt gut erkennbar, sich bleiern als eine immer fortw\u00e4hrender emotionale Indifferenz manifestieren wird, dessen Steigerung nur noch als ein \u00dcbergang in eine v\u00f6llige Agonie denkbar w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte sich unsere kleine Welt des Menschen vielleicht doch in der Simulationsblase eines Supercomputers einer \u00fcbergeordneten Entit\u00e4t abspielen, kann man dem oder den ihn betreibenden Sch\u00f6pfern gratulieren:<\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben es geschafft, eine Sch\u00f6pfung zu erschaffen, in der selbst die vermeintlich gr\u00f6ssten Denker mittlerweilen den Versuch, aus dieser Simulation auszubrechen &#8211; durch kritische Analyse und dem urmenschlichen Trieb, die Essenz der Dinge um ihn herum verstehen zu wollen &#8211; aufgegeben haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon geh\u00f6rt? 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