{"id":498,"date":"2023-09-13T12:02:52","date_gmt":"2023-09-13T10:02:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/?p=498"},"modified":"2023-09-13T12:05:20","modified_gmt":"2023-09-13T10:05:20","slug":"sinnkrise-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/2023\/09\/13\/sinnkrise-1\/","title":{"rendered":"Sinnkrise #1"},"content":{"rendered":"\n<p>Wann und woran merkt man, dass einfach nichts mehr geht?<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr meinen Fall gesprochen immer dann, wenn die allt\u00e4glichen, mehr oder weniger belanglosen Dinge das eigene Empfinden derart schmerzhaft durchbohren, dass man das Gef\u00fchl hat, es zerreisse einem demn\u00e4chst, sollte man es nicht schaffen, sich dem Stressor schnellstm\u00f6glich zu entziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hand in Hand geht ein Gef\u00fchl permanenter Erm\u00fcdung und Indifferenz. Die Auseinandersetzung selbst mit Kleinigkeiten wird zum l\u00e4hmenden Kampf, mehr mit sich selbst als mit der Sache an und f\u00fcr sich. Erm\u00fcdung schafft Gleichg\u00fcltigkeit. Vieles, was angesprochen, gekl\u00e4rt werden m\u00fcsste, selbst um den Preis heftiger Konflikte, bleibt auf der Strecke, weil man keinen Bedarf danach hat, noch mehr offene Baustellen zu schaffen, die man in der Folge unter weiterem Kraftaufwand m\u00fchsam bewirtschaften muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenig \u00fcberraschend ist folglich die Einsicht, dass auf den ganzen aufget\u00fcrmten Haufen an Ungerechtigkeiten, die sich bereits kumuliert haben, weitere dazukommen, nur weil man klein begibt um sich nicht weiter zu \u00fcberfordern; denn Ressourcen, auch die eigenen Kr\u00e4fte haben ihre nat\u00fcrlichen Grenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ich bisher so nonchalant mit der stetigen Verwendung des Indefinitpronomen &#8218;man&#8216; abstrahiert habe, betrifft mich selber seit Jahrzehnten mehr als es mir lieb ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wundere mich immer wieder, wie es (Achtung: grobe Pauschalisierung) allen anderen gelingt, alles wegzustecken und im Funktions- und Handlungsmodus zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Text zu schreiben, hatte ich in letzter Zeit ohnehin beabsichtigt, da ich mich die letzten Tage wieder einmal im Zustand von Agonie befinde. Dass ich es nun kurzerhand machen musste, ist dem Zufall geschuldet. Wobei, so spontan war dies dann auch nicht, da dieser Artikel bereits einige Zwischenpausen gemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Moderation von Ausnahmezust\u00e4nden ist ein Kraftakt sondergleichen. Wer es nie erlebt hat, weiss nicht, was es damit auf sich hat. Deswegen habe ich es aufgegeben, dar\u00fcber Konflikte auszutragen. Es ist die M\u00fche nicht wert.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun also wieder Sinnkrise. Ja, &#8218;wieder&#8216; und eben nicht, wie es der Titel vermuten liesse, zum allerersten Mal. <\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal erscheint es mir, dass ich die jugendlichen Sinnkrisen des Teenagers damals in den 90er nie wirklich abstreifen konnte. Zu jener Zeit m\u00f6gen diese Fragen ihre Berechtigung haben. Wenn man allerdings mit \u00fcber 40 feststellen muss, dass man sich weiterhin in den fundamentalen menschlichen Sinnfragen verheddert, stimmt etwas nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich merke, wie ich mich gerade str\u00e4ube, die Fakten auf den Tisch zu knallen, zu bekennen, was der derzeitige Anlass f\u00fcr sich best\u00e4ndig haltende Sinnkrise ist. Der Kontext l\u00e4sst sich aus meinen anderen Artikeln vielleicht erschliessen. Mir f\u00e4llt es gerade schwer, dies in einer Form zu verbalisieren, die ich als akzeptabel und mitteilungsw\u00fcrdig betrachten w\u00fcrde. Es w\u00e4re eher eine Ansammlung unfl\u00e4tiger, abf\u00e4lliger Verbalinjurien gegen eine Handvoll Leute, die mein Leben seit mehr als 3 Jahren nun massgeblich bestimmen, wobei ich selbst oft nicht mehr der eigentlich Handelnde meines eigenen Lebens bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Selber schuld mag es da t\u00f6nen. Das mag so sein. Wer sich sein Leben von anderen bestimmen l\u00e4sst, ist selber schuld und kann dies nur aus eigener Kraft ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist das Leben immer abw\u00e4gen. Als ich letzthin einige Artikel zum Thema &#8211; wie Bewusstsein entsteht &#8211; gelesen habe, blieb mir eine Erkl\u00e4rung in der Erinnerung h\u00e4ngen. N\u00e4mlich, dass Bewusstsein immer dann entsteht, wenn das Gehirn mit Normabweichungen konfrontiert ist. Solange die verschiedenen Parameter \u00fcber die afferenten Netzwerke bekannte Muster zeigen, arbeitet das Gehirn in Autoregulation, da dies der energieeffizienteste ist. Erst in dem Moment, wenn unbekannte Reize eintrefen, entsteht Bewusstsein.<\/p>\n\n\n\n<p>Festzustellen, dass es eine Normabweichung gibt und dazu deren Ursache festzustellen, ist dabei nur das eine. Das andere ist eine Frage der Gewichtung, der Priorisierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich wollte ich nun gerade die innere Blockade durchbrechen und bekennen. Aber ich lasse es, ich schaffe es nicht. T\u00e4te ich es, riskierte ich eine weitere bittere, tr\u00e4nenreiche Episode, die ich mir gerade nicht leisten kann und will.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht nur: ich w\u00fcnschte, meine Realit\u00e4t w\u00e4re eine andere und es g\u00e4be diese Familie mit diesem Kind im Mittelpunkt; so wie es im Juni 2020 danach aussah.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie man sich im Leben t\u00e4uschen kann. Welch Abwege es nehmen kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Bitter&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wann und woran merkt man, dass einfach nichts mehr geht? 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