{"id":671,"date":"2023-11-08T18:41:35","date_gmt":"2023-11-08T17:41:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/?p=671"},"modified":"2024-04-01T23:20:05","modified_gmt":"2024-04-01T21:20:05","slug":"warum-mein-bruch-mit-der-politischen-linken-spaetestens-jetzt-nicht-mehr-widerrufen-werden-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/2023\/11\/08\/warum-mein-bruch-mit-der-politischen-linken-spaetestens-jetzt-nicht-mehr-widerrufen-werden-kann\/","title":{"rendered":"Warum mein Bruch mit der politischen Linken sp\u00e4testens jetzt nicht mehr widerrufen werden kann"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Gesamtsicht auf die letzten 4 Jahre frage ich mich derzeit mehr und intensiver denn je zuvor, was mit meinem Leben seither geschehen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann es nicht mehr in allen Einzelheiten erfassen. Daf\u00fcr ist schlicht zuviel und zu wirkm\u00e4chtiges geschehen, um eine differenzierte Bilanz ziehen zu k\u00f6nnen. Klar ist, dass so gesehen kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Dies gilt sowohl f\u00fcr mein manifestes Leben in der Welt wie auch f\u00fcr meine ureigene Pers\u00f6nlichkeitsstruktur.<\/p>\n\n\n\n<p>Keine andere Zeitspanne, keine andere Epoche hat mich und mein Leben derart \u00fcber den Haufen geworfen wie es die letzten 4 Jahre getan haben. Um auch mit mir selbst ehrlich zu sein, merke ich an, dass dies freilich nicht nur in negativer Weise zu verstehen ist. Ohne grosse Anstrenung sind dabei Entwicklungen zu erkennen, die \u00fcberraschend erscheinen, gerade unter Ber\u00fccksichtigung der schwierigen Umst\u00e4nde insgesamt. Dennoch sage ich, dass mein Leben in keiner Weise begl\u00fcckend ist. Von Wertigkeiten wie &#8218;erf\u00fcllend&#8216; oder &#8218;bereichernd&#8216; halte ich mich gleich g\u00e4nzlich fern.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ich in den dunklen, bleiernen Jahren der Corona-Episode durchgemacht hatte, habe ich bereits berichtet. Ich mag dies nicht wieder aufw\u00e4rmen, soweit ist alles gesagt, auch wenn niemand dies zur Kenntnis nehmen will, um so etwas wie eine Aufarbeitung zu lancieren. Das Mea culpa wird ausbleiben, so bitter es auch ist, dies endg\u00fcltig erkennen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem: der Impakt der Geschehnisse bleibt. Und was sich bereits in den Jahren vor Covid am Horizont abzuzeichnen begann, wurde sp\u00e4testens mit der Einf\u00fchrung der totalit\u00e4r-faschistoiden Hygienemassnahmen manifest. Die vehementesten Hetzer jener Zeit kamen, zu meinem grossen Erstaunen, mitnichten aus dem f\u00fcr totalit\u00e4te Massnahmen nativ anf\u00e4lligen b\u00fcrgerlich-konservativen Milieu, sondern &#8211; welch \u00dcberraschung &#8211; aus der links-gr\u00fcnen Ecke.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum dies so ist, dar\u00fcber sollen sich qualifizierte Politologen oder mit der Pathopsychologie des Narzissmus vertraute Fachleute \u00e4ussern. Gewiss habe ich meine eigene Analyse dazu, die aber zu guter Letzt nichts Wesentliches zur Sache beitragen w\u00fcrde, also nicht er\u00f6rtert werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Klar ist aber, dass die Akteure jener Tage bei mir in lebhafter Erinnerung geblieben sind, nicht nur als Mitglieder der Classe politique Suisse, sondern vorallem durch die Selbstoffenbarung an bis dahin nicht erkennbarem totalit\u00e4rem Potential, welches ich wie gesagt eher bei den Scharfmachern weit am Rande des rechten Spektrums der SVP, FDP oder irgendwelcher rechts-autorit\u00e4rer Splitterparteien erwartet h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war ein derber Schlag vor die Kinnlade.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alte Vertraute, neue Entfremdung<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit einer Mischung aus beinahe kindlich naiver Verwunderung und blankem Entsetzen las ich davon, dass sich die Antifa in das staatlich vorgegebene Narrativ einordnet und sich zum eifrigsten Hetzorgan gegen die Massnahmengegner entwickelte. Was war da geschehen? Was ist mir in all den Jahren entgangen? <\/p>\n\n\n\n<p>Zugegeben &#8211; ich verstehe es bis heute nicht. Mittlerweilen will ich es auch nicht mehr verstehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Feststellen zu m\u00fcssen, sich urpl\u00f6tzlich, unvorhersehbar im Dunstkreis von Rechtsextremen, Antisemiten und esoterischen Schwurbler wiederzufinden, ohne zu verstehen, wie es genau dazu gekommen ist, reichte \u00fcber die seitdem verstrichene Zeit aus, mich g\u00e4nzlich von meiner ehemaligen politischen Heimat zu entfremden. <\/p>\n\n\n\n<p>Vermutlich war das Coronavirus der letzte Dominostein, der fallen musste, um diese vermeintlich linke Sph\u00e4re entg\u00fcltig ihrem politisch genuin linken Kern zu berauben. Angesichts der Leichtigkeit, mit welcher der neue Autoritarismus auch in der linken H\u00e4lfte der politischen Welt der Schweiz Einzug gehalten hat, l\u00e4sst zumindest die Vermutung aufkommen, dass es schon vor Corona eine Sollbruchstelle gegeben hatte, die bis dahin den autorit\u00e4ren Geist in einem Zustand von Indifferenz gehalten hat. Unweigerlich denke ich dabei einmal mehr an Adornos autorit\u00e4ren Charakter.<\/p>\n\n\n\n<p>Passiert ist passiert. Nichts vom Geschehenen wird zur\u00fcckgenommen, auch wenn es m\u00f6glich w\u00e4re, g\u00e4be es die Bereitschaft, kritisch das Geschehen jener Tage, Wochen und Monate zu untersuchen. Alleine, dass dies nicht passiert, spricht B\u00e4nde und l\u00e4sst erkennen, dass sich auch diese politische Schein-Linke im gerade entdeckten totalit\u00e4ren Geist bequem eingerichtet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>An sich ist dies nur folgerichtig und schlicht konsequent. Bei n\u00fcchterner Betrachtung muss jeder kritische Beobachter sich eingestehen, dass die politische Linke in der Schweiz, wie eigentlich \u00fcberall im Wertewesten, sich jeglichen emanzipatorischen Geistes entledigt und stattdessen den Wokeismus als neuen Leitwert adoptiert hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Die soziale Frage war schon lange unter Beschuss. 40 Jahre Neoliberalismus, Reaganomics und Thatcherism mussten irgendwann dazu f\u00fchren, dass sich niemand mehr gegen diesen Geist stemmen konnte. Da kam das Themensetting mit Rassismus, sexuelle Diversit\u00e4t und Identit\u00e4t sowie Gender gerade recht. Diese Felder politisch zu beackern, war weitestgehend widerstandslos und kosteng\u00fcnstig. Mit Ausnahme erzkonservativer Ewiggestriger ganz weit aussen am rechten Rand, war und ist der Wokeismus \u00fcber ein breites politisches Spektrum mehrheitsf\u00e4hig.<\/p>\n\n\n\n<p>Um nicht missverstanden zu werden: ich sage nicht, dass diese Themen irrelevant w\u00e4ren, nur sind und bleiben sie ein Minderheitenproblem, w\u00e4hrend sie aber in der politischen Realit\u00e4t mittlerweilen den Mainstream dominieren und alle anderen Themen von der Agenda verdr\u00e4ngen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie gesagt: der Weg des geringsten Widerstandes. Die Kosten, eine Pride-Fahne auf \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden zu hissen oder Antidiskriminierungsgesetze betreffend sexueller Orientierung oder Identit\u00e4t zu erlassen, sind vernachl\u00e4ssigbar, w\u00e4hrend nachhaltige Bem\u00fchungen, die \u00f6konomische und soziale Spreizung innerhalb der Gesellschaft zumindest zu reduzieren, den Einsatz von Geld, ziemlich viel Geld notwendig machen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gut unterf\u00fctterter Narzissmus<\/h2>\n\n\n\n<p>So f\u00fcgt sich ein Puzzleteil ins andere. Das Bild, welches die politische Linke heute abgibt, ist das eines Kollektivs selbstgerechter Jammerlappen. Die willf\u00e4hrige Hofberichterstattung w\u00e4hrend der Corona-Episode, die jedem, der sich in m\u00f6glichst widerw\u00e4rtiger Manier \u00fcber all jene \u00e4usserte, die nicht blind dem Narrativ gehorchen wollten, das Mikrofon vor den Latz hielt, tat das Seinige, den ohnehin schwer zu z\u00e4umendend Narzissmus der meisten Politdarsteller einzuhegen. Im Gegenteil wurde er nicht nur nicht eingehegt, er wurde gef\u00f6rdert. Wer am sch\u00e4rfsten und ver\u00e4chtlichsten \u00fcber all diejenigen herziehen konnte, die Zweifel an der Sinnhaftigkeit und Rechtm\u00e4ssigkeit der Massnahmen bekundeten, wurde zu einem medial zelebrierten Festspiel aufgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles, was darauf erwuchs, ist in letzter Konsequenz nur folgerichtig. Es konnte nicht anders sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass gerade die politische Linke auf die Masche reingefallen ist, muss angesichts der Geschichte nicht verwundern. Sie war immer schon so dumm, sowohl nach den K\u00f6dern der kapitalistisch-b\u00fcrgerlichen Elite zu schnappen wie eben auch die zersetzenden Bestrebungen einiger weniger aus den eigenen Reihen nicht als solche zu erkennen und sich so in Gruppenrivalit\u00e4t aufreiben zu lassen. Beispiele f\u00fcr beide Szenarien bietet die Geschichte wie erw\u00e4hnt mehr als genug.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt obsiegen die niederen Instinkte und die Selbstbeweihr\u00e4ucherung. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tabubr\u00fcche<\/h2>\n\n\n\n<p>Aus leidiger eigener Erfahrung stelle ich oft fest, dass, selbst wenn man denkt, noch schlimmer, noch niedertr\u00e4chtiger, noch moralisch verluderter geht es nimmer, wird man des Gegenteils belehrt. Bitter aber wahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die politische Linke in der Schweiz ist dabei nur die Best\u00e4tigung der Richtigkeit dieser Auffassung.  <\/p>\n\n\n\n<p>Wie Corona von einem Tag auf den anderen auf die Agenda trat, wurde es von der Ukraine nahtlos ersetzt. Und einmal mehr wiederholt sich Geschichte, und dies erneut als Farce, und nicht als Trag\u00f6die.<\/p>\n\n\n\n<p>War man sich als strammer Linker bis zum 24. Februar 2022 immer Gewahr, dass es Waffenlieferungen in Kriegsgebiete mit den politisch Seinesgleichen nicht geben w\u00fcrde, musste man in den Verwerfungen als Folge des russischen Einmarsches in der Ukraine seitens der linken Sph\u00e4re erneut einer anderen Geistesverfassung bewusst werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie schon in der Corona-Episode gab es auch bei Ukraine-Russland keine roten Haltelinien mehr. Nat\u00fcrlich kann dies nicht verwundern, wenn man sich immer bewusst bleibt, dass der Ersatz der urspr\u00fcnglichen linken politischen Agenda durch den Wokeismus die Implementierung eines diskursunf\u00e4higen moralischen Rigorismus zwingend mit sich brachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, erneut; denn pl\u00f6tzlich waren es die Roten und die Gr\u00fcnen, die sich kaum noch einkriegen konnten mit ihren Forderungen, nun auf jeden Fall, ohne weitere Diskussionen, die arme unschuldige Ukraine in ihrem Befreiungskampf gegen den b\u00f6sen Aggressor Putin mit unseren feinen Schweizer Waffen hochzur\u00fcsten. Frei nach dem Motto: was k\u00fcmmert mich mein Geschw\u00e4tz von gestern, war pl\u00f6tzlich nichts mehr von der Haltung zu vernehmen &#8211; die \u00fcber Jahrzehnte, mit linken Z\u00e4hnen und Klauen verteidigte Maxime &#8211; keine R\u00fcstungsg\u00fcter in Konflikt- und Kriegsgebiete! &#8211; war, schwupps, zu Makulatur geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Erneut zeigte sich auch hier, wie die linken Brunnenvergifter im innenpolitischen Diskurs zur Tat schritten, und kurzerhand all jene, die nicht nur diesen Tabubruch bez\u00fcglich Waffenexporten zum Thema machen wollten, sondern eine diffenzierte Analyse der Geschehnisse in der Ukraine anmahnten, gnadenlos zu diffamieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Was w\u00e4hrend der Corona-Episode der Corona-Leugner war, ist nun der Putin-Versteher. Der totalit\u00e4re Geist liess auch in der Ukraine-Geschichte keinen Stein auf dem anderen und hinterliess, ein weiters Mal, verbrannte Erde. <\/p>\n\n\n\n<p>Dass sich nach dem 7. Oktober 2023 nun dasselbe Spiel mit Israel\/Pal\u00e4stina wiederholt, ist zwangsl\u00e4ufig, und somit auch nicht weiter diskussionw\u00fcrdig.<\/p>\n\n\n\n<p>Polemisch-vulg\u00e4r k\u00f6nnte man einfach sagen: die politische Linke der Schweiz entbl\u00f6det sich rein gar nichts mehr. Kein Narrativ ist stupide und flach genug, damit sich nicht irgendwelche selbsternannte Linke zu ihrem F\u00fcrsprecher machen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">was das Fass zum \u00dcberlaufen bringt<\/h2>\n\n\n\n<p>Wie gesagt: wenn man denkt, noch d\u00fcmmer geht nicht mehr, wird man prompt eines besseren belehrt. Manchmal beginnt es aber eher bel\u00e4ufig, so wie heute, als ich erfahren habe, dass die <a href=\"https:\/\/www.20min.ch\/story\/revolution-fuer-scheidungskinder-jetzt-kommt-die-fifty-fifty-regel-545674467532\">Revolution<\/a> bevorsteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich ist das eines meiner Triggerthemen, da ich mich aufgrund der Situation um meinen Sohn als eine Art entsorgten Vater erlebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich dann las, dass es politischen Widerstand gegen die Absicht, die Obhut von Scheidungskindern 50\/50 zu teilen, gibt, dachte ich, obwohl ich es h\u00e4tte besser wissen m\u00fcssen, dass diese Widerstand freilich aus dem b\u00fcrgerlich-konservativen Lager stammen m\u00fcsse. Woher auch sonst? Denn die Jahrzehnte alten, linken Parolen \u00fcber Emanzipation von den \u00fcberkommenen Rollenbilder von Mann und Frau haben sich auch bei mir nachhaltig festgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch, Schockschwerenot, da kommt doch tats\u00e4chlich Einspruch einiger Parlamentarier &#8211; [sic!] der Sozialdemokraten!<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, eigentlich h\u00e4tte ich dies ohne weitere Lekt\u00fcre des Artikels wissen m\u00fcssen. Alleine die Anmerkung, dass es Kritik aus der Politik an dem Vorhaben gebe, war f\u00fcr sich selbst genommen schon bezeichnend genug. Hier hat sich ein weiteres Mal bewahrheitet, was ich diesen Sommer in Form einer, meiner Auffassung nach rhetorischen Frage auf den Seiten derselben Schundjournallie gelesen hatte:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ist die politische Linke heute autorit\u00e4rer als die b\u00fcrgerliche Rechte?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fakten der letzten 4 Jahre sprechen diesbez\u00fcglich eine klare Sprache. Jedem sei sein eigenes Urteil gestattet.<\/p>\n\n\n\n<p>Pers\u00f6nlich konstatiere ich nach der Lekt\u00fcre dieses Artikels allerdings, dass dies meine eigene Sollbruchstelle war, die bisher die Bande mit der politischen Linke dieses Landes irgendwie mit der letzen verbindenden Braue gehalten hatte, die nun aber diesem letzten Stoss nicht mehr standhalten konnte und f\u00fcr immer gebrochen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Sei es drum. Eine derart ideologisch gelagerte Linke braucht niemand mehr, sie hat sich selbst ihres Kerns entledigt und verdient nun den Abstieg in die politische Bedeutungslosigkeit-<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Gr\u00fcnen bei der letzten Wahl im Oktober schon einmal eine Lektion f\u00fcr ihre ideologische Borniertheit erhalten haben, ist ein guter Beginn, allerdings bei weitem nicht ausreichend. <\/p>\n\n\n\n<p>Wobei hier angemerkt werden muss, dass keine Lektion &#8211; abgesehen vom Rauswurf aus allen Exekutiven und Legislativen &#8211; gross und schmerzhaft genug sein kann, bei den Exponenten der Partei zu einer selbstkritischen Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Agenda zu f\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei den heute politisch manifesten gr\u00fcnen und roten Parteien handelt es sich um ideologiegetriebene  Sektierer, deren Ziel es ist ihre Agenda auf Biegen und Brechen durchzusetzen, egal wie absurd und unhaltbar diese auch ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Diskurs ist nicht vorgesehen, denn wir haben zu akzeptieren, <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>dass das Coronavirus uns alle dahinraffen wird, sollten wir nicht alle Regeln peinlichst genau einhalten, uns regelm\u00e4ssig testen und uns alle 3 Monate mit einer neuen mRNA-Br\u00fche unbekannter Zusammensetzung und Wirkung impfen lassen. Dass die Leichenberge, schnell f\u00fcr jedermann erkennbar, ausgeblieben, aber stattdessen die Alten in den Heimen alleine verreckt sind, w\u00e4hrend man die Kinder entweder zuhause eingesperrt oder in der Schule mit Masken und Tests terrorisiert hat, dar\u00fcber spricht man lieber gar nicht mehr. Vielmehr sieht man sich auch heute immer wieder im Recht, auch weiterhin \u00fcber diejenigen in infamen Ton herzuziehen, deren angebliche krude Verschw\u00f6rungstheorien sich mittlerweilen als korrekt und wissenschaftlich erwiesen herausgestellt haben.<\/li>\n\n\n\n<li>dass wir alle den Klimatod sterben werden, verzichten wir nicht sofort auf Mobilit\u00e4t, tierische Lebensmittel, eine anst\u00e4ndig geheizte Wohnung und den meisten anderen Komfort, der das ohnehin schon schwierige Leben noch halbwegs ertr\u00e4glich macht. Nat\u00fcrlich wird dabei verschwiegen, dass diese Entbehrungen nur vom gew\u00f6hnlichen B\u00fcrger erwartet werden, gewiss aber nicht von der wirtschaftlichen Elite, die ihr Gewissen mit einem Ablasshandel in Form von Elektromobilit\u00e4t, Gr\u00fcner Energie und CO<sub>2<\/sub>-Zertifikaten beruhigt, der bei genauer Betrachtung schlicht nur eine Beleidung an den gesunden Menschenverstand darstellt. <\/li>\n\n\n\n<li>dass wir alle ganz viel Verst\u00e4ndnis f\u00fcr 72 verschiedene Geschlechter haben m\u00fcssen und auch zu akzeptieren h\u00e4tten, dass es nicht einfach nur Mann und Frau, sondern noch irgendetwas &#8218;anderes&#8216; g\u00e4be. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir auch schon unsere kleinen Kinder darauf trimmen, damit sie auf jeden Fall eine Geschlechtsidentit\u00e4tsst\u00f6rung entwickeln und sich dann entsprechend operativ und mit Hormonen behandeln lassen und ihren K\u00f6rper zerst\u00f6ren. Ohne in Abrede stellen zu wollen, dass Transsexualit\u00e4t existiert, dies aber eine schwerwiegende Erkrankung mit hohem Leidensdruck darstellt, werden mit der gezielten F\u00f6rderung dieser sexuellen Beliebigkeiten Pathologien gezielt produziert, offensichtlich nur zu dem Zweck, diese in der Folge einer medizinischen Behandlung zuzuf\u00fchren; nichts anderes, als eine weitere, pervertierte Perpetuierung des Akkumulationsprozess. Als w\u00e4re der Leidensdruck durch die sozialen und wirtschaftlichen Verwerfungen in unseren Gesellschaften nicht schon f\u00fcr sich selbst genommen enorm &#8211; mit massiven gesundheitlichen und finanziellen Folgen, hat man mit der Identit\u00e4tsdebatte ein neues Milieu mit einer potentiell multimorbiden Klientel kreiert, die nun die Nachfrage f\u00fcr die zuvor geschaffenen Angebote generieren muss. Ein Blick auf die wachsenden Zahlen von medizinischen Angeboten, die sich an Transgenderpersonen richten, gen\u00fcgt als Beweis f\u00fcr diese These.<\/li>\n\n\n\n<li>dass unsere Sprache mit schluckauf-artigen Lauten verunstaltet wird, weil dies die Gleichberechtigung der Geschlechter so gebiete, egal wie wenig sich im Alltag an der realen Gleichbehandlung von Mann und Frau ver\u00e4ndert. Auch hier iteriert sich ein weiterer Teilaspekt der woken Agenda in den ewig gleichen Kreisen, n\u00e4mlich in Form billiger, plakativer Bekundungen und mit dem Zeigen angeblich moralisch korrekter Haltung. Moralischer D\u00fcnkel, der sich kostenlos und ohne Effort zur Schau tragen l\u00e4sst, ersetzt den harten aber notwendigen politischen Kampf um Ver\u00e4nderungen zugunsten wahrer Gleichheit der Menschen untereinander.  Solange kein Preis aufgeboten wird, den man bezahlen muss, um die Sonntagsreden zu einer gelebten Realit\u00e4t werden zu lassen, verorten sich all diese &#8218;progressiven&#8216; Macher, wie sie sich selbst gerne bezeichnen, immer auf der Seite von Gerechtigkeit, Gleichheit und Solidarit\u00e4t. Kommt jedoch der Moment, an dem sie ihr politisches Gewicht in die Waagschale werfen m\u00fcssten, stehlen sie sich aus der Aff\u00e4re und ziehen sich auf Plattit\u00fcden zur\u00fcck, die sie mit angeblichen &#8218;Bedenken&#8216; begr\u00fcnden, die jedoch erst ihre wahre geistige Verfassung offenbaren.   <\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Dass die Phrasen von Gleichberechtigung l\u00e4ngst nur zweckm\u00e4ssige, aber sinnentleerte Versatzst\u00fccke sind, denen man sich rhetorisch jeweils dann bedient, wenn es gerade opportun ist, w\u00e4hrend man hingegen eigentlich \u00fcberkommene Rollenbilder mehr oder weniger offenkundig dann doch, so wie nun hier in der konkreten Frage, welche Rolle geschiedenen V\u00e4tern im Leben ihrer Kinder zukommt &#8211; zukommen muss, meinte man es ernst mit all den jahrzehntelang vorgetragenen Parolen &#8211; legitimiert, enttarnt auf einer weiteren Ebene, dass sich die Linke nicht nur l\u00e4ngst von allen emanzipatorischen Ambitionen befreit hat, sondern mittlerweilen habituell reaktion\u00e4re Denk- und Handlungsmuster ausagiert, und dies dar\u00fcber hinaus mit einer ver\u00e4chtlichenden Penetranz, die man eigentlich von den \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen aus der politischen Rechte gewohnt w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>So bitter es auch ist, muss ich zumindest f\u00fcr mich selbst feststellen, dass diese Linke, der ich mich einst zugeh\u00f6rt gef\u00fchlt hatte, entweder nie in dieser Ausformung existiert hat, und ich mich bloss vom sch\u00f6nen Schein habe t\u00e4uschen lassen; oder aber, dass sie sich bis zur Unkenntlichkeit von sich selbst entfremdet und sich statt hartem politischem Disput lieber der Schaumschl\u00e4gerei verschrieben hat. Der Einsatz f\u00fcr soziale Gerechtigkeit kostet etwas, nicht nur monet\u00e4r, sondern auch politisch, man macht sich schnell unbeliebt, wird zum Schmuddelkind, mit dem niemand mehr spielen will. Das neoliberale Wirtschaftssystem weiss, wie es seine Gegner ausschalten kann; aber es weiss noch viel besser, wie es seine Gegner zu den eifrigsten Mitstreiter seiner Sache machen kann. Einzig und alleine diesem Zweck dient die woke Agenda &#8211; und alle Parteien, die sich einst im linken Spektrum verortet hatten, sind dem Charme dieses pseudoprogressiven Ged\u00f6ns einfach erlegen, auch wenn dies schier kaum rational erkl\u00e4rbar erscheint.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier ruht die Ursache f\u00fcr den autorit\u00e4ren Geist, welcher die Linke heute mit diesem moralischen Impetus theatralisch vor sich her tr\u00e4gt und regelrecht zelebriert. Die Rolle der letzten moralisch Aufrechten in einer Welt vollst\u00e4ndiger Verwahrlosung scheint ihnen wie auf den Leib geschneidert, allerdings ist dies nicht mehr als eine erb\u00e4rmliche Adaption ihrer vormaligen politischen Widersacher, die ihre damalige Agenda mit Tradition, Ordnung und dem Christen-Gott legitimiert hatten. Doch bleibt Dogma immer Dogma, unabh\u00e4ngig davon, welche Werte sich in ihm konstituieren, gemein sind ihnen allen, dass sie das Streben zum Totalit\u00e4ren in sich tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was vor 4 Jahren noch undenkbar war, ist heute bitterer Alltag. Die Emanzipation des Menschens zum reflektierenden, kritischen Wesen, das sich aus eigener Kraft aus seiner Unm\u00fcndigkeit befreit, ist auf rabiate Weise beendet worden. Und es war die politische Linke, die sich als die gr\u00f6ssten Eiferer und Sektierer in diesem Prozess hervorgetan und die Gesellschaft als ganzes weiter in den Zustand willf\u00e4hriger Umnachtung getrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr wahr: niemand ausser die politische Linke konnte dem neoliberalen System besser dienlich sein, auch noch die letzten Reste an Widerst\u00e4ndigkeit aus den K\u00f6pfen der Menschen auszutreiben. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich sage: damit bin ich fertig! Diese Linke brauche ich nicht. Niemand braucht sie mehr, sie hat sich den Falschen angebiedert und angedient und folglich aus eigenem Antrieb jegliche Glaubw\u00fcrdigkeit verspielt, und dies, einem naiven Heranwachsenden gleich, einzig derart motiviert, nicht abseits stehen zu wollen, dazu zu geh\u00f6ren und an die Stellglieder der Macht zu gelangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist der linke S\u00fcndenfall, und es wird keinen Weg mehr zur\u00fcck geben. Der autorit\u00e4re Geist ist der Flasche entwichen und die handelnden Akteure gefallen sich zu sehr in der Rolle der agitatorischen Taktgeber. Berechtigterweise muss man sich fragen, wie weit zuvor die geiste Reife und Befreiung aus der selbstverschuldeten Unm\u00fcndigkeit in der Gesellschaft fortgeschritten war, wenn man erkennen muss, mit welcher Leichtigkeit der imperative Gehorsam der Obrigkeit durchgesetzt werden konnte. Dass es allerdings gerade diese, sich als progressive Intelligentia gerierende Linke war, die sich selbst so sehr in der Rolle des Einpeitschers all der stupiden, eindimensionalen Narrative, \u00fcber Corona, Ukraine\/Russland, Israel\/Pal\u00e4stina bis hin zur Klimaapokalypse, gefallen hat, ist ihr nicht zu verzeihen, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von der Frage, wie es bereits zuvor um die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr faschistoide Umtriebe breiter Bev\u00f6lkerungsschichten stand.<\/p>\n\n\n\n<p>Die politische Linke der Schweiz kann sich nicht damit herausreden, die Ausmasse ihres Handelns nicht erkannt zu haben. Nicht nur hat sie es sehr wohl erkannt, ihr Handeln erfolgte und erfolgt bis heute mit voller Absicht. Etwas anderes zu behaupten, w\u00e4re lediglich eine weitere Beleidigung an den Verstand ihrer (ehemaligen) Anh\u00e4nger und der besch\u00e4mende Versuch, sich als derart gesellschaftspolitisch unbeleckt dazustellen, wie sie es selber keinem Vertreter der SVP aus einem Bauernkaff im entlegensten Winkel des Berner Oberlandes abkaufen w\u00fcrde. Wer sich als intellektuelle Elite anpreisen will &#8211; und dies war und ist g\u00e4ngiger Habitus vieler Leute aus dem rot-gr\u00fcnen Milieu, immerhin lassen sie keine Gelegenheit ungenutzt, sich als grosse Kenner der Materie, egal welcher, darzustellen &#8211; der darf nicht darauf hoffen, an Massst\u00e4ben f\u00fcr geistig Minderbemittelte gemessen  zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ern\u00fcchternde Erkenntnis bleibt mir zum Schluss nur die, dass jegliche Diskussion m\u00fcssig ist. Diese politische Linke ist nicht mehr satisfaktionsf\u00e4hig, ebensowenig ist sie imstande, ihre eigenen Vers\u00e4umnisse kritisch zu bewerten. Der Erfolg der Rechten bei der letzten Wahl wird, wie nicht anders zu erwarten, auf simple Erkl\u00e4rmuster heruntergebrochen, nach denen der W\u00e4hler in seiner Unbedarftheit vulgo Bl\u00f6dheit eben den rechten Populisten, Nazis, Klimaleugner etc. pp. auf den Leim gegangen ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Man \u00fcbt sich in patetisch zur Schau getragener Betroffenheit dar\u00fcber, dass Massnahmen gegen den Klimawandel nun einen schweren Stand h\u00e4tten. Die offensichtliche Frage, warum dem Wahlvolk das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Klimaagenda abhanden gekommen ist, ob es \u00fcberhaupt je eine irgendwie geartete Akzeptanz daf\u00fcr gegeben hat, stellt man hingegen erst gar nicht. Nicht nur ist es einfacher, sich im Beschimpfen des dummen W\u00e4hlers selbst aller Schuld rein zu waschen, nein, sich die Frage nach dem Warum zu stellen, k\u00f6nnte schlimmstenfalls in die Erkenntnis m\u00fcnden, dass man sich selber in einer ideologischen Echokammer unter Seinesgleichen verschanzt hat und seit Jahren vom Elfenbeinturm herab der Plebs, die man in seiner eigenen moralisch-elit\u00e4ren Hybris ohnehin f\u00fcr dumm wie Brot h\u00e4lt, apollinisch Wasser predigt, w\u00e4hrend man sich, in der eigenen Selbstgerechtigkeit wohnlich eingerichtet, dionysisch den Wein hinter die Binde giesst. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Gesamtsicht auf die letzten 4 Jahre frage ich mich derzeit mehr und intensiver denn je zuvor, was mit meinem Leben seither geschehen ist. Ich kann es nicht mehr in allen Einzelheiten erfassen. 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Klar&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,32,1,40,8,34],"tags":[21,20,27],"class_list":["post-671","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-der_taegliche_wahnsinn","category-fachidiotie","category-gedanken","category-go_woke_go_broke","category-politik","category-zukunft","tag-dummschwaetzerei","tag-lgbt","tag-politik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/671","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=671"}],"version-history":[{"count":42,"href":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/671\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":730,"href":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/671\/revisions\/730"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}