{"id":893,"date":"2024-02-15T06:48:00","date_gmt":"2024-02-15T05:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/?p=893"},"modified":"2024-04-01T23:38:45","modified_gmt":"2024-04-01T21:38:45","slug":"flinten-viola-und-ihre-nato-kasperlis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/2024\/02\/15\/flinten-viola-und-ihre-nato-kasperlis\/","title":{"rendered":"Flinten-Viola und ihre NATO-Kasperlis"},"content":{"rendered":"\n<p>Eigentlich m\u00fcsste man sich einmal ganz gr\u00fcndlich den Kopf untersuchen lassen, wenn man morgens als zweiter oder dritter Akt nach Toilette und Kaffee holen die Tagesaktualit\u00e4ten sichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gilt besonders dann, wenn man dem Bett in der Hoffnung entsteigt, am heutigen Morgen etwas g\u00e4nzlich Anderes als am Vortag zu lesen. Das liesse die berechtigte Vermutung aufkommen, dass der letzte Rest geistiger Widerst\u00e4ndigkeit noch nicht vom medialen Monoblock weggeb\u00fcgelt worden ist. Somit kann es sich dabei nur um eine Pathologie oder aber um potentiell aufr\u00fchrerische Renitenz handeln. <\/p>\n\n\n\n<p>Cave: Gedankenverbrechen sind mittlerweilen oft strafbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun lesen wir also dieser Tage von den Engp\u00e4ssen bei unserer Armee, von Notst\u00e4nden verschiedener Art, die mich pers\u00f6nlich an \u00e4hnliche Erz\u00e4hlungen vor etlichen Jahren aus dem Grossen Kanton erinnern. Kurz gesagt, l\u00e4sst sich res\u00fcmieren, dass Geld auf mysteri\u00f6se Weise in schwarzen L\u00f6chern verschwunden ist. Selbstredend findet f\u00fcr diese quantenphysikalisch nicht fassbaren Ph\u00e4nomene auch keine andere schl\u00fcssige Erkl\u00e4rung, fast so, als ob in den Magazinen und Zeugh\u00e4usern der Armee die Heinzelm\u00e4nnchen des Nachts das Material unbemerkt davontr\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Verwunderlich daran ist lediglich, dass diejenigen, die uns regelm\u00e4ssig einen solchen Mumpitz kredenzen, in aller Regel ohne Beschwerde davonkommen, weil die G\u00e4steschaft die Haarballen in dieser tr\u00fcben Suppe nicht zu bemerken scheinen. <\/p>\n\n\n\n<p>Einmal angenommen, im schweizerischen Sozialwesen herrschten \u00e4hnlich steuergeldvernichtende Zust\u00e4nde wie bei der Schweizer Armee; die \u00fcber alle Kan\u00e4le breitgetretene Emp\u00f6rung w\u00e4re ohrenbet\u00e4ubend und w\u00fcrde so lange am Kochen gehalten werden, bis in Bern und den Kantonen die K\u00f6pfe rollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die kritische Medienschau lehrt einem schnell, das Offensichtliche zu erkennen, anstatt sich zum Narren halten zu lassen. Das derzeit zelebrierte Kasperlitheater in Camouflage war und ist ebenso vorhersehbar wie durchschaubar. Was vor einigen Jahren im Grossen Kanton Flinten-Uschi und AKK vorgemacht haben, wird zur Zeit, quelle surprise, ganz zeitgeistgem\u00e4ss und fortschrittlich von einer Frau nachgespielt, deren Nachname, im Interesse einer friedlicheren Welt und der sinnvolleren Verwendung unseres Geldes, nahelegen w\u00fcrde, sie wieder ihrem eigentlichen Bestimmungsort zuzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich \u00fcberrascht es nicht, dass es ausgerechnet Frauen sind, die seit Jahren die flammendsten Phrasen f\u00fcr masslose Aufr\u00fcstung und feministische Kriege dreschen. Eine Frau Minister der Verteidigung ist wesentlich weniger suspekt, als Kriegsgurgel wahrgenommen zu werden. Nicht umsonst hat man uns seit \u00fcber 50 Jahren eingeredet, dass die Welt menschlicher und friedlicher w\u00e4re, h\u00e4tten nur die Frauen einen massgeblicheren Einfluss in Wirtschaft und Politik.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem ganz grossen emanzipatorischen Wurf ist es also einmal mehr nichts geworden. Wen kann das wundern? Aber solange sich der sch\u00f6ne, fortschrittliche Schein aufrecht erhalten l\u00e4sst, wird das Offensichtliche nicht anr\u00fcchig. Und falls doch, liessen sich kritische Stimmen gegen\u00fcber einer Politikerin ganz leicht als Sexismus und Chauvinismus niederbr\u00fcllen. <\/p>\n\n\n\n<p>So wie man in den fr\u00fchen 2000er sagte, dass nur ein Sozi namens Gerhard Schr\u00f6der den deutschen Sozialstaat in neoliberaler Manier schleifen konnte, gilt \u00e4hnliches in der Schweiz f\u00fcr die seit Jahren, mehr im Versteckten, durchexerzierten Man\u00f6ver, die schweizerische Verteidungspolitik vollumf\u00e4nglich dem NATO-Regiment zu unterstellen, was letzten Endes nur von einer liberalen, progressiven Frau aus der politischen Mitte vollendet werden kann<\/p>\n\n\n\n<p>Schweizer M\u00e4nner sterben freilich viel lieber f\u00fcr die gute Sache, wenn selbige von einer Frau kommandiert wird. Dass man in gleicher Art wie mit den NATO-U-Booten, die seit langem die Deutungshoheit \u00fcber den engen Schweizer Meinungskorridor leiten, nun auch Frauen zum Wehrdienst einziehen will, ist nicht \u00fcberraschend und wird, wer h\u00e4tte das gedacht, mit der Gleichberechtigung begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re interessant, einmal ganz genau nachzuforschen, ab welchem Zeitpunkt die Frauenemanzipation ihren intrinsischen emanzipatorischen Anspruch verworfen hat, um sich ganz opportunistisch dem grossen Geld und der Macht anbiedern zu k\u00f6nnen. Ich bin zu jung, um das eingrenzen zu k\u00f6nnen; denn die legitime Emanzipation der Frauen hatte ihren Ursprung in einer Zeit etliche Jahre vor meiner Geburt. Allerdings hatte ich die Chance, in den ersten Jahre des neuen Jahrtausends eine identische Entwicklung in der Szene beobachten zu k\u00f6nnen, die uns heute mit den Lettern LGBT st\u00e4ndig unsere bedingungslose Toleranz und unbegrenztes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr alle m\u00f6glichen Absurdit\u00e4ten abn\u00f6tigt.  <\/p>\n\n\n\n<p>Hier gleicht ein Ei dem anderen. Es ist weder \u00fcberraschend, noch muss man Verschw\u00f6rungstheorien als Erkl\u00e4rungsversuche bem\u00fchen. Vereinfacht und reichlich vulg\u00e4r ausgedr\u00fcckt, ist diese Entwicklung sinnbildlich zu den Schweinen, die immer dort sind, wo es volle Tr\u00f6ge gibt. Weder Homosexuelle noch Frauen konnten langfristig lauter und unkorrumpierbar f\u00fcr ihre legitime Sache k\u00e4mpfen, dazu waren die vor ihnen errichteten H\u00fcrden nur ein Teilfaktor f\u00fcr die Entkernung ihrer Anliegen. Wesentlicher f\u00fcr die Selbstaufgabe war die Verheissung, aus dem Schatten der herrschenden Mehrheitsgesellschaft heraustreten, ohne Willk\u00fcr ausgesetzt zu sein, partizipieren zu k\u00f6nnen und am Ende dieses Assimilationsprozesses Zugang zu den Stellschrauben des politischen und wirtschaftlichen Systems zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dassselbe gilt in \u00e4hnlicher Weise auch f\u00fcr abstrakte wirtschaftliche und politische Anliegen. Zu oft hat sich gerade in den letzten Jahren gezeigt, dass gut gemeint, keineswegs gut gemacht bedeutet, und ebenso sehen wir seit sp\u00e4testens 2 Jahren, wie der Weg zur H\u00f6lle mit guten Absichten gepflastert wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Korrumpierbarkeit beginnt keineswegs erst dort, wo G\u00fcter und Verm\u00f6genswerte als quid pro quo den Besitzer wechseln. Das biblische Motiv vom starken Geist, der irgendwann dennoch dem schwachen Fleisch erliegt, passt gut, um diese grundmenschliche Schw\u00e4che aufzuzeigen. Es w\u00e4ren an sich l\u00e4ssliche Vergehen, denen man gewiss mit Verst\u00e4ndnis und Vergebung begegnen k\u00f6nnte und m\u00fcsste, w\u00fcrden sie nicht mit diesem \u00fcbersteigerten Moralismus und der Hybris argumentativ, wider alle evidenten Widerspr\u00fcche und jede anderslautende Expertise durchgedr\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort beginnt das Spiel mit dem Feuer, welches man zumindest billigend in Kauf nimmt; wenn man nicht gar mit Vorsatz Brandstifter in Positionen hievt, die einen neuerlichen Weltenbrand als denkbares Szenario am Horizont erahnen lassen. <\/p>\n\n\n\n<p>An den Taten sollt ihr sie erkennen. Ein weiteres Bibelzitat mit ganz realem Bezug zur dystopischen Gegenwart.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn ihre ge\u00e4usserten Worte antizipieren ihre Taten. Es ist bezeichnend und enttarnend, dass die begabtesten und lautesten unter diesen Propagandisten best\u00e4ndig auf jene als eigentlich Verantwortliche zeigen, die auf den ersten Blick erkennbar \u00fcber keinerlei Basis verf\u00fcgen, die Verhehrungen anstellen zu k\u00f6nnen, die man ihnen anzukreiden versucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Was zu meiner Jugendzeit dem damaligen linken politischen Verst\u00e4ndnis nach Imperialismus- und Kapitalismuskritik war, gilt heute als rechter, reaktion\u00e4rer, antisemitischer Antiamerikanismus. Alleine an der numerischen Zahl der den Substantiven beigeordneten adjektivischen Attributen erkennt man, wie kritischer Geist im Keim erstickt wird &#8211; mittels quantitativer Diffamierung. Den gebotenen qualitativen Disput hingegen, den scheut man wie der Teufel das Weihwasser.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie es soweit kommen konnte, dass es ausgerechnet heute, wo sich der totalit\u00e4re Geist dieser Organisationen nicht mehr kaschieren l\u00e4sst, bis tief in dieses, sich selbst als links gerierende politische Milieu m\u00f6glich ist, eine aktive Partizipation der Schweiz an EU und NATO als progressive Position verkaufen zu k\u00f6nnen, \u00fcbersteigt meine geistigen F\u00e4higkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mache man sich bitte nichts vor: Sollte es den treibenen Kr\u00e4ften in der Schweiz auf dem Weg in die Bande dieser geld- und menschenlebenvernichtenden Fassadenorganisation wirklich ernst sein, werden uns unsere vielzitierten Volksrechte nicht ausreichen, diesem Ungeist an der Urne ein Ende zu bereiten. Verfassung und Gesetzgebung werden gerade emsig auf etwaige L\u00fccken durchleuchtet, die den notwendigen Hebel bieten k\u00f6nnten, f\u00fcr die einzig Gute Sache alle Register zu ziehen, sollte der dumme B\u00fcrger nicht bemerken, dass der Vasallen-Kl\u00fcngel in Regierung, Parlament und Verwaltung nur das Beste f\u00fcr sie will.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass der Wille zum Bruch aller dem B\u00fcrger gegen\u00fcber verbrieften verfassungsm\u00e4ssigen Rechte, nat\u00fcrlich nur zu seinem eigenen Nutzen und Schutz, vorhanden ist, hat das Fanal, welches unsere Regierungen in Bund, den Kantonen und den Gemeinden ab M\u00e4rz 2020, skrupellos und mit Vorsatz, angerichtet haben, allen exemplarisch vor Augen gef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Sofern man nicht aus Gr\u00fcnden vitaler Seelenhygiene und Selbstschutz mittels sakrastisch-zynischem Humor dieses Treiben als Kasperlitheater abhandeln muss, w\u00e4re es ausgesprochen gef\u00e4hrlich dieses verbliebene, potemkinsche Dorf, welches, realit\u00e4tsverweigernd, immer noch mit einem riesen Popanz als die beste aller Demokratien durch die Welt getragen wird, nicht als genau das zu sehen und zu bezeichnen, was es ist:<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitestgehend entleerte H\u00fclle, die nur noch dank der best\u00e4ndiger Zufuhr heisser Luft seitens jener Sockenpuppentruppe, die wir unsere Regierung und unsere Volksvertreter schimpfen, in der Form gehalten wird, die dem unbedarften Staatswichtel den Anschein von Demokratie, zur Zeit jedenfalls noch, glaubhaft vorgaukeln kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich m\u00fcsste man sich einmal ganz gr\u00fcndlich den Kopf untersuchen lassen, wenn man morgens als zweiter oder dritter Akt nach Toilette und Kaffee holen die Tagesaktualit\u00e4ten sichtet. 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