{"id":902,"date":"2024-02-25T03:45:51","date_gmt":"2024-02-25T02:45:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/?p=902"},"modified":"2024-02-25T13:58:01","modified_gmt":"2024-02-25T12:58:01","slug":"die-grosse-und-die-kleine-dystopie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.systemfragen.ch\/index.php\/2024\/02\/25\/die-grosse-und-die-kleine-dystopie\/","title":{"rendered":"Die grosse und die kleine Dystopie"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn der Massstab f\u00fcr vernunftbasiert nicht mehr Fassbares die Menge an willk\u00fcrlich ausgestossenen Interjektionen w\u00e4re, dann best\u00fcnde auf mein pers\u00f6nliches Leben bezogen mittlerweilen kein Zweifel mehr daran, welch Gr\u00f6ssenordnung dieser Wahnsinn angenommen hat. Immerhin entgleitet mir, ob offenkundigen Entsetzens, oft ganz laut artikuliert, das Wort &#8218;Boah!&#8216; inzwischen unz\u00e4hlige Male an einem Tag.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Spannende; sofern ich so viel Ironie aufzubringen vermag, um dies alles als etwas noch so weit Abstrahierbares ansehen kann, um Spott zu empfinden, sind die Parallelen zwischen der Absurdit\u00e4t im Grossen wie im Kleinen zugleich.<\/p>\n\n\n\n<p>Man sagt nicht von ungef\u00e4hr, dass jenes, was im kleinen Massstab nicht wirklich stimmig funktioniert, im grossen Geschehen nicht minder funktionsunf\u00e4hig bleiben kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Gedanke f\u00fcr sich genommen, ist freilich ein Huhn-Ei-Problem. Niemand kann sagen, welches von beidem sich gegenseitig bedingt. Unwillk\u00fcrlich ende ich gedanklich wie so oft bei einem verschr\u00e4nkten Quantensystem.<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei Quantenphysik doch immer noch schl\u00fcssiger verst\u00e4ndlich wird als diese groteskte Realit\u00e4t, die wir gel\u00e4ufig als unseren Alltag verfassen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ehrlich gesagt waren f\u00fcr mich Begrifflichkeiten, mit denen sich unser Staatswesen definiert, etwa mit dem Wort &#8218;Demokratie&#8216; von jeher suspekt. Ich kann nicht sagen, woher dieses Grundmisstrauen gegen\u00fcber Worten herr\u00fchrt. Zwar war mir immer schon deren Wirkmacht durchaus bewusst, aber nicht minder evident war das grunds\u00e4tzlich Anr\u00fcchige an Worten jeder Art: <\/p>\n\n\n\n<p>Dass sie nicht zwangsl\u00e4ufig in dieser, einen Realit\u00e4t manifest werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichts ist am Ende inhaltsloser als Worte, denen keine Wahrhaftigkeit innewohnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund reiner Abnutzung sind sich die meisten von uns an jederlei Worth\u00fclsen l\u00e4ngst gewohnt. Mit der Zeit nimmt man sie trotz st\u00e4ndiger Wiederholung nicht ernster als bei der ersten Verwendung. Man k\u00f6nnte es in diesen Tagen als letzten, bes\u00e4nftigenden Trost auffassen, dass wider aller Impertinenz des Redners, doch nichts so heiss gegessen wird, wie er es zuvor aufkocht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage, ob es sich bei diesem Umstand um einen letzten Rest Vernunft oder bloss um Mutlosigkeit zum Tabubruch handelt, lassen wir besser unbeantwortet. Die Kl\u00e4rung dieser Fragestellung k\u00f6nnte zu erst wirklich beunruhigenden Erkenntnissen f\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<p>Zweifelsohne darf man diese Verh\u00e4ltnisse als dystopisch bezeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirklich lebendig wird eine Dystopie hingegen dann, wenn versucht wird, mittels hinhaltsloser Worte eine Wahrhaftigkeit zu konstruieren, welche die Realit\u00e4t trotz aller Bem\u00fchungen nicht herzugeben vermag<\/p>\n\n\n\n<p>Als ungekr\u00f6nte Meisterin auf diesem Gebiet scheint sich in der Schweiz erneut die KESB zu gerieren; und das mit einer unfassbaren Selbstgerechtigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei einem gew\u00f6hnlichen Menschen durchaus Zweifel an den eigenen Kompetenzen aufk\u00e4men, wenn er zuerst wortstark und vehement eine fiktive Realit\u00e4t, welche die Fakten verschweigt und verleugnet, und stattdessen ein haltloses Konstrukt herbeiimaginiert, aus welchem er wiederum skrupellos folgenschwere Entscheidungen ableitet, sich dann aber schon nach wenigen Tagen der Haltlosigkeit der argumentativen Herleitung derselben Gewahr wird, diese richterlich kassieren l\u00e4sst, nur um dann, lediglich mit weniger Worten, aber derselben Unnachgiebigkeit die gleichen Schlussfolgerungen zieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Weise hat sich k\u00fcrzlich meine Vermutung bewahrheitet, welche ich bereits am 8. M\u00e4rz vergangenen Jahres erlangt hatte; n\u00e4mlich dass in dieser ganzen Anstrengung der KESB gegen mich, das Urteil bereits mit der Klageerhebung am 17. Februar 2023 gesprochen worden war.<\/p>\n\n\n\n<p>St\u00fcnde weniger auf dem Spiel als der Verlust meines geliebten Kindes, k\u00f6nnte ich dieser Willk\u00fcr mit Hohn und Spott begegnen; denn kaum mehr als das h\u00e4tte dieses Vorgehen verdient.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit hat sich auf einer weiteren Ebene das Wort als H\u00fclse enttarnt, n\u00e4mlich jenes der Verfassung, welches besagt, dass man solange als unschuldig zu gelten h\u00e4tte, bis man der Schuld nachweislich \u00fcberf\u00fchrt w\u00fcrde. Dieses Rechtsstaatprinzip gilt nur leider nicht, wenn man selbst haltlosesten Unterstellungen seitens der KESB bezichtigt wird. Hier gilt Beweislastumkehr. Aber damit nicht genug, erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass selbst die Anklagepunkte nicht kenntlich werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Entspr\u00e4ngen die Gedankenkonstrukte der KESB dem Hirn eines Einzelnen, er w\u00fcrde gewiss mit einer paranoiden Schizophrenie diagnostiziert, medikamentiert und hospitalisiert werden. <\/p>\n\n\n\n<p>In freier Beh\u00f6rdenwildbahn gehen solche wahnhafte Konstrukte allerdings problemlos als unumst\u00f6ssliche Fakten durch, woran sich der ihnen Beschuldigte noch so sehr in der Bem\u00fchung, sie widerlegen zu wollen, abarbeiten kann &#8211; es wird ihm schlicht nicht gelingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist der Wahn der angeblichen Kindeswohlgef\u00e4hrung erst einmal in der Welt, dann ist es nahezu unm\u00f6glich, diesen Wahn wieder einzuhegen. Wie bei einem Schizophrenen, welchem man bis zur pers\u00f6nlichen Ersch\u00f6pfung zu vermitteln versuchen kann, dass diese, seine als wahrhaftig aufgefasste Realit\u00e4t nur in seinem Kopf existiere, n\u00fctzen weder Sachlichkeit noch Emotionen, um dieser Beh\u00f6rde das Gegenteil zu belegen. <\/p>\n\n\n\n<p>In jedem Falle musste ich nun erkennen, dass meine Vorbehalte gegen\u00fcber dem schweizerischen Staatswesen doch nicht scharf genug waren; und ich, zu meiner \u00dcberraschung, trotz allem, was da schon fr\u00fcher vorgefallen war, zu sehr an seine rechtsstaatliche Verfasstheit geglaubt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer in den heutigen Zeiten aufgewachsen ist, musste sich von Klein auf an dystopische Verh\u00e4ltnisse gew\u00f6hnen. Was solcherlei Geschehnisse anbelangt, wurde ich zum Gl\u00fcck auch nie \u00fcberm\u00e4ssig geschont und abgeschirmt, wo vermutlich meine aufmerksame Wahrnehmung gegen\u00fcber dem Zeitgeschehen herr\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Allerding gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Dystopien, jener etwa, die ich schon als kleiner Knopf mittels Braun&#8217;scher R\u00f6hre vermittelt bekommen habe, und derjenigen, die schon alleine als auf Papier gedrucktes Wort einem ihre Wirkmacht als kalten Schauer \u00fcber den R\u00fccken f\u00fchlen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst wenn man denkt, dass schlimmer nicht mehr ginge, wird man in diesen Tagen regelm\u00e4ssig des Gegenteils belehrt. F\u00fcrs erste ist der von etlichen Geisterfahrern herbeigeredete, milit\u00e4rische Krieg noch eine Konstruktion ohne faktische Manifestion. Davon ausgehend aber, dass der Mikrokosmos immer das Potential hat, selbst zum Makrokosmos zu werden, l\u00e4sst nichts Gutes f\u00fcr die Zukunft erahnen. In beiden Welten sind die Parallelen offenkundig. <\/p>\n\n\n\n<p>Wer Orwells 1984 nur f\u00fcr einen Roman gehalten hat und dies weiter tut, muss entweder die letzten 25 Jahre im Koma verbracht haben oder aber intellektuell mit dem Klammerbeutel gepudert worden sein. Wobei ich selbst zugeben muss, es bisher nie f\u00fcr m\u00f6glich gehalten zu haben, dass ein solches Konvolut an L\u00fcgen je wirklich zur Wahrheit werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich f\u00e4llt es leichter, diese dystopischen Verh\u00e4ltnisse zu leugnen, solange sie nur schwingende Photonen in einem mehr oder weniger physisch fassbaren Medium sind.  Das wahre Ausmass der Dystopie im Grossen wird einem erst richtig bewusst, wenn sich diese kleine, nicht mehr mit einem Aus-Knopf tilgbare Dystopie des eigenen Lebens bem\u00e4chtigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritische Frage an mich selbst zu sp\u00e4ter Stunde:<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist die Antwort darauf?<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum mehr als Ironie, Zynismus und Substanzmissbrauch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn der Massstab f\u00fcr vernunftbasiert nicht mehr Fassbares die Menge an willk\u00fcrlich ausgestossenen Interjektionen w\u00e4re, dann best\u00fcnde auf mein pers\u00f6nliches Leben bezogen mittlerweilen kein Zweifel mehr daran, welch Gr\u00f6ssenordnung dieser Wahnsinn angenommen hat. 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